US-Milliardär kandidiert nicht Bloomberg beendet alle Spekulationen

Washington. Der ehemalige New Yorker Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg beendet alle Spekulationen: Kurz vor Ablauf der Anmeldefristen in mehreren US-Bundesstaaten erklärte Bloomberg, er werde nicht als unabhängiger US-Präsidentschaftsbewerber antreten.
09.03.2016, 00:00
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Bloomberg beendet alle Spekulationen
Von Thomas Spang

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg beendet alle Spekulationen: Kurz vor Ablauf der Anmeldefristen in mehreren US-Bundesstaaten erklärte Bloomberg, er werde nicht als unabhängiger US-Präsidentschaftsbewerber antreten.

Der 74-Jährige begründet seine Entscheidung damit, er könne zwar ein paar Bundesstaaten gewinnen, aber das würde nicht ausreichen, um genügend Delegierte zu gewinnen. Seine Kandidatur könne dazu führen, dass Donald Trump oder Ted Cruz gewählt würde, so Bloomberg. „Ich liebe mein Land zu sehr, als das ich eine Rolle dabei spielen wollte, einen Kandidaten zu wählen, der unsere Einheit schwächt und unsere Zukunft düster werden lässt“, erklärt der Milliardär in einem Namensbeitrag unter der Schlagzeile: „Das Risiko, das ich nicht eingehe“.

Bloomberg räumt in dem Artikel ein, Trump seit Jahren zu kennen und sogar in dessen Fernsehshow „The Apprentice“ aufgetreten zu sein. Umso schärfer geht er nun auf Distanz zu dem New Yorker Baumagnaten. „Er hat den am meisten spaltenden und demagogischsten Präsidentschaftswahlkampf geführt, an den ich mich erinnern kann“. Trump beute die Vorurteile und Ängste der Wähler aus. Seine Forderung, Muslime temporär nicht in die USA einreisen zu lassen, sei ein direkter Anschlag auf Kernwerte Amerikas. Dasselbe gelte für das Versprechen, Millionen mexikanischer Einwanderer ohne Papiere zu deportieren oder Handelskriege zu starten.

Ted Cruz’ Positionen zur Einwanderung sind nach Ansicht Bloombergs „nicht weniger extrem“ und „nicht weniger spaltend“. Eine Analyse von Daten der Meinungsforscher habe ihn überzeugt, in einem Drei-Personen-Rennen nicht gewinnen zu können. Dagegen bestehe Anlass zu befürchten, dass seine Kandidatur die Waage zugunsten der Republikaner neigen lasse. „Das ist ein Risiko, das ich mit gutem Gewissen nicht eingehen kann.“

Vor einem solchen Szenario hatten viele politische Analysten gewarnt. „Er würde sehr wahrscheinlich mehr demokratische Wähler anziehen als Republikaner“, meint etwa Stuart Rothenberg. „Das könnte das Ergebnis in einigen Wechselwähler-Staaten zugunsten der Republikaner beeinflussen.“ Bloomberg hielt es sich offen, zu einem späteren Zeitpunkt einen Kandidaten für das Präsidentenamt zu unterstützen.

Trump bleibt in einer aktuellen Umfrage der Washington Post und des Fernsehsenders ABC mit 34 Prozent USA-weit an der Spitze des republikanischen Nominierungsrennens. Ted Cruz liegt bei 25 Prozent, Marco Rubio bei 13 Prozent und John Kasich bei 13 Prozent.

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