Nach Übergriffen in Köln Bundespolizei: Asylbewerber unter Verdächtigen

Die Bundespolizei hat in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof bislang 32 Straftaten festgestellt – mit 31 namentlich bekannten Tatverdächtigen. Zudem gerät der Polizeieinsatz weiter in die Kritik.
08.01.2016, 12:26
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Die Bundespolizei hat in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof nach bisherigem Stand 32 Straftaten festgestellt – mit 31 namentlich bekannten Tatverdächtigen. Derweil gerät der Einsatz der Kölner Polizei weiter in die Kritik.

Das erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag in Berlin unter Berufung auf einen vorläufigen Bericht der Bundespolizei. Unter den Tatverdächtigen seien auch Asylbewerber. Bei diesen Delikten handele es sich aber überwiegend um Körperverletzungen und Diebstähle. Sexualdelikte seien bisher nicht mit den Asylbewerbern in Verbindung gebracht worden.

Zwar seien wegen Sexualdelikten drei Strafanzeigen bei der Bundespolizei eingegangen, sagte der Sprecher weiter. Tatverdächtige seien in diesen Fällen aber nicht ermittelt worden.

Unter den 31 bekannten Verdächtigen der übrigen Delikte seien neun algerische, acht marokkanische, fünf iranische, vier syrische, ein irakischer, ein serbischer, ein US-amerikanischer und zwei deutsche Staatsangehörige. 18 von ihnen seien Asylbewerber.

Der Sprecher betonte, es handele sich lediglich um Fälle, die in den Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei fielen – also auf dem Bahnhofsgelände und bis zu einer Entfernung von 30 Metern auf dem Vorplatz.

Vorwürfe, die Bundespolizei sei unterbesetzt gewesen, wies der Sprecher erneut zurück. In der Silvesternacht seien 67 Beamte der Bundespolizei am Kölner Hauptbahnhof im Einsatz gewesen. Das sei deutlich mehr als an normalen Abenden und auch mehr als am Silvesterabend ein Jahr zuvor.

Medien: Brennpunkte der Kölner Vorfälle außerhalb des Bahnhofs

Derweil gerät der Einsatz der Kölner Polizei in der Silvesternacht weiter in die Kritik. Wie der Kölner "Express" in seiner Onlineausgabe (Freitag) berichtet, habe sich der allergrößte Teil der Straftaten jenseits des Bahnhofgebäudes ereignet und sei damit nicht in den Verantwortungsbereich der Bundespolizei gefallen. In einem internen Bericht des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam für das Innenministerium heiße es demnach: "Der Brennpunkt der Ereignisse lag im sachlichen und örtlichen Zuständigkeitsbereich der Landespolizei", berichtet die Zeitung.

Die Bundespolizei in Köln sei nur für den Bereich innerhalb des Bahnhofs sowie bis zu einer Entfernung von 30 Metern auf dem Vorplatz zuständig. Die meisten Vorfälle sollen sich vor dem Dom ereignet haben. Die Kölner Polizei war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. (dpa)

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