"Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet

Bundespolizei speichert Bodycam-Aufnahmen bei Amazon

Die Bundespolizei steht in der Kritik: Sie speichert Einsatz-Aufnahmen von Bodycams auf Amazon-Servern. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung".
02.03.2019, 09:37
Lesedauer: 1 Min
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Bundespolizei speichert Bodycam-Aufnahmen bei Amazon
Von Marlo Mintel

Die Bundespolizei speichert Einsatz-Aufnahmen von Körperkameras, sogenannten Bodycams, auf Servern des US-Internetkonzerns Amazon. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Bodycams sind kleine Videokameras, die Polizisten gut sichtbar an ihrer Schutzweste tragen.

Dem Bericht zufolge wird für die Speicherung von Daten, die die Bundespolizei mit den Bodycams erhebt, eine Cloud-Lösung von Amazon Web Services genutzt. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Frage des FDP-Abgeordneten Benjamin Strasser hervor, die der "NOZ" vorliegt.

„Derzeit steht noch keine staatliche Infrastruktur zur Verfügung, welche die Anforderungen erfüllt“, teilte das Bundespolizeipräsidium auf Anfrage mit. Amazon sei aktuell der einzige in Deutschland, der eine entsprechende vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierte Cloudlösung zur Verfügung stelle. "Die deutschen Datenschutzstandards werden eingehalten", heißt es von Seiten des Ministeriums. Die Daten würden verschlüsselt und ausschließlich auf Servern in Deutschland gespeichert.

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Aus der Opposition hagelt es Kritik. "Die Bundesregierung geht hier ein kaum kalkulierbares Risiko mit Blick auf hochsensible Daten ein", sagte FDP-Innenpolitiker Strasser der "NOZ". Auch wenn die Server in Deutschland stünden, könnten US-Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste auf die Daten zugreifen.

Auch der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Konstantin von Notz teilt die Bedenken des FDP-Politikers. Die Entscheidung der Bundespolizei für eine Speicherung auf Amazon-Servern stehe im klaren Widerspruch zu Bemühungen um mehr digitale Souveränität Deutschlands. "Dass ausgerechnet dieses Unternehmen jetzt die Bodycam-Aufnahmen für die Bundespolizei verwalten soll, hinterlässt mehr als ein ungutes Gefühl", so von Notz in der "NOZ".

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