Premierminister nennt Tötung britischer Geisel „Akt des absolut Bösen“ / IS kündigt weiteren Mord an Cameron schwört Rache

Der britische Regierungschef David Cameron hat geschworen, die Ermordung eines britischen Entwicklungshelfers durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zu sühnen. „Dies ist ein Akt des absolut Bösen“, sagte der britische Premier. „Wir werden alles tun, diese Mörder zu jagen und der Gerichtsbarkeit zu überstellen, ganz egal, wie lange es dauern wird.“
15.09.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von BARBARA KLIMKE

Der britische Regierungschef David Cameron hat geschworen, die Ermordung eines britischen Entwicklungshelfers durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zu sühnen. „Dies ist ein Akt des absolut Bösen“, sagte der britische Premier. „Wir werden alles tun, diese Mörder zu jagen und der Gerichtsbarkeit zu überstellen, ganz egal, wie lange es dauern wird.“

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David Haines ist der erste Brite und die dritte westliche Geisel, die die islamistischen Schergen in Syrien vor laufender Kamera enthauptet haben. Die in Schottland wohnende Familie des 44-Jährigen hatte sich noch am Wochenende mit der Bitte um Kontaktaufnahme an seine Kidnapper gewandt. Die barbarische Antwort folgte wenig später: Ein am Samstagabend in Umlauf gebrachtes, zweieinhalb Minuten langes Video mit dem Titel „Botschaft an die Verbündeten Amerikas“ zeigt die Ermordung des am 12. März 2013 verschleppten Briten. Der IS kündigte darin darüber hinaus die Tötung eines weiteren britischen Entführungsopfers an.

In London berief David Cameron gestern Morgen den nationalen Sicherheitsrat ein. Der Premier sprach laut BBC-Berichten von einer „verabscheuungswürdigen Tat“. Cameron sagte: „Der Islam ist eine friedliche Religion.“ Das Töten eines Entwicklungshelfers beweise, dass die IS-Milizen „keine Muslime, sondern Monster“ seien. Großbritannien hatte erst vor wenigen Tagen beschlossen, neben Hilfsgütern auch schweres Geschütz und Munition an die irakische Regierung zu liefern. Die Ausrüstung im Wert von angeblich 1,6 Millionen Pfund soll nach Aussagen von Verteidigungsminister Michael Fallon der Niederschlagung des IS-Regimes dienen.

Das britische Außenministerium bestätigte gestern die Echtheit der Bilder von Haines’ Ermordung. „Es deutet alles darauf hin, dass das Video authentisch ist, wir haben keinen Grund, das Gegenteil anzunehmen“, sagte ein Sprecher. In dem Video ist eine im Sand kniende Geisel in orangefarbenem Overall, allem Anschein nach Haines, zu sehen. Daneben, aufrecht stehend, ein schwarzgekleideter, vermummter Mann, der mit britischem Akzent spricht. Ähnliche Aufnahmen hatte der IS nach der Tötung der beiden US-Journalisten Steven Sotloff und James Foley in Umlauf gebracht. Im letzten Video war Haines’ Ermordung angekündigt worden.

Der Entwicklungshelfer, Vater von zwei Kindern, arbeitete in Syrien für die französische Hilfsorganisation Acted. Seine Aufgabe bestand in der Organisation der Verteilung von sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Zelten an Bedürftige in der Kriegsregion. Haines, der zwölf Jahre lang als Luftfahrtingenieur bei der Royal Air Force beschäftigt war, engagierte sich seit Jahren in der Entwicklungshilfe, unter anderem in Libyen und im Südsudan. Er unterstützte die UN auf dem Balkan und arbeitete beim Wiederaufbau Kroatiens für den deutschen Arbeiter-Samariter-Bund.

Offenbar hatte sich Haines erst wenige Tage im Land befunden, als er vor anderthalb Jahren gemeinsam mit seinem italienischen Kollegen Federico Motka verschleppt wurde. Letzterer befindet sich inzwischen wieder auf freiem Fuß.

In dem Video sagt die Geisel in einer offenkundig einstudierten Rede: „Ich mache dich, David Cameron, in vollem Umfang für meine Exekution verantwortlich.“ Der Henker erklärt, Haines werde getötet, weil Cameron kurdische Peschmerga-Kämpfer im Nordirak gegen den IS bewaffne. Mutmaßlich handelt es sich um denselben Mann, der auch Sotloff und Foley getötet hat. Neben Haines hat die Terrormiliz auch zwei gefangengenommene libanesische Soldaten enthauptet.

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