Sicherheit der Strecke wird überprüft

Castortransport über Bremerhaven verschoben

Berlin . Der Atommülltransport vom nordrhein-westfälischen Zwischenlager nach Russland könnte sich verzögern. Die vorgesehene Unterzeichnung der "Rückführungsvereinbarungen" ist vorerst verschoben worden. Einige Brennstäbe sollten auch in Bremerhaven verladen werden.
02.12.2010, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Castortransport über Bremerhaven verschoben
Von Maren Beneke
Castortransport über Bremerhaven verschoben

Der Umweltausschuss des niedersächsischen Landtags hat sich für weitere Atommüll-Transporte nach Gorleben ausgesprochen.

dpa

Berlin . Der geplante Atommülltransport vom nordrhein-westfälischen Zwischenlager Ahaus nach Russland könnte sich verzögern. Die für Mitwoch vorgesehene Unterzeichnung der "Rückführungsvereinbarungen" sei vorerst verschoben worden. Das sagten der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch und die FDP-Politikerin Angelika Brunkhorst, beide Mitglieder im Umweltausschuss, übereinstimmend.

Geplant war, dass die 951 Brennstäbe noch in diesem Jahr in die umstrittene kerntechnische Anlage Majak gebracht werden. Demnach war vorgesehen, dass sechs der Behälter in Bremerhaven verladen werden.

Christiane Schwerte, Sprecherin des Bundesumweltministerium, sagte: "Der für die Ausfuhr nötige Antrag wird derzeit noch geprüft." Nach Aussagen von Matthias Miersch gebe es Zweifel an der Sicherheit. Er berief sich auf einen Bericht von Katherina Reiche, Staatssekretärin im Umweltministerium, den sie im Umweltausschuss vorlegte. "Die Bundesregierung erkennt die Sicherheitsbedenken der Opposition endlich an", kommentierte Miersch. Auch Angelika Brunkhorst begrüßte die weitere Prüfung. "Sorgfalt und Sicherheit beim Transport sowie die schadlose Verwertung der Abfälle haben für uns einen hohen Stellenwert", sagte sie.

Umweltschützer kritisieren seit längerem die Sicherheitsmängel und Verstrahlung in Majak. "Das ist der am wenigsten geeignete Standort für Atommüll", sagte der Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer. Dort bestünde eine große Gefahr, dass die radioaktiven Stoffe in die Umwelt eingeleitet würden.

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