Kommentar zur Frauenquote

Anstoß zum Wandel

Eine Frauenquote in der CDU beseitigt nicht das eigentliche Problem. Sie könnte aber einen notwendigen Anstoß zum grundsätzlichen Umdenken geben, meint Felix Wendler.
09.07.2020, 05:00
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Anstoß zum Wandel
Von Felix Wendler

Eine verbindliche Quote ist häufig das letzte Mittel. Wenn sich die CDU ein solches Mittel nun selbst verschreibt, muss man das als Eingeständnis eines jahrzehntealten Missstandes interpretieren. Dass viele Topposten auf Bundesebene von CDU-Politikerinnen geführt werden, verschleiert das eigentliche Problem. Nur jedes vierte Mitglied in der Partei ist weiblich; in Bundestag, Landtagen und Kommunen dominieren Männer. Die Bezeichnung Volkspartei verliert an Glaubwürdigkeit, wenn Frauen in der parteipolitischen Arbeit kaum eine Rolle spielen – insbesondere auf lokaler Ebene, wo über das alltägliche Leben entschieden wird.

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Diese Missstände mit einer Frauenquote zu beseitigen ist nicht möglich. Trotzdem ist diese Quote sinnvoll, weil sie einen notwendigen Anstoß zur Beseitigung der wahren Probleme leisten kann. Mit der Quote selbst wird die CDU keine neuen weiblichen Mitglieder anlocken – wohl aber mit frauen- und familiengerechteren Themen. Gelingt das, nimmt die paritätische Verteilung von Ämtern einen natürlichen Verlauf. Gelingt es nicht, wird man gehetzt einer Quote hinterherrennen, um diese mit Leben zu erfüllen.

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