Kommentar zu politischem Größenwahn Das Spiel ist aus für Friedrich Merz

Friedrich Merz irritiert mit seiner Forderung, Wirtschaftsminister zu werden, die CDU. Einzig die Werteunion hält ihn für unentbehrlich, dabei hat sich Merz selbst diskreditiert, meint Hans-Ulrich Brandt.
19.01.2021, 05:00
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Das Spiel ist aus für Friedrich Merz
Von Hans-Ulrich Brandt

Wahre Größe zeigt sich eben doch häufig erst in der Niederlage. Da schluckt der eine Unterlegene kurz ein paar Mal, bietet dann aber fair seine Mitarbeit im Team an, während der andere nur wenige Stunden später absurde Forderungen stellt. Was auch immer Friedrich Merz da geritten hat, sich nassforsch als Wirtschaftsminister ins Spiel zu bringen, mit Größe hatte das nichts zu tun, eher mit Größenwahn.

Dass der Sauerländer einfach nicht verlieren kann, hat er schon bei seinem ersten Anlauf für das Amt des CDU-Chefs gezeigt. Damals versuchte Annegret Kramp-Karrenbauer, den Ehrgeizling einzuhegen. Merz tat kurz so, als spiele er mit, dann war er raus. Ihm ging es stets um seine Karriere, nicht um die Partei. Nun macht auch CDU-Parteichef Armin Laschet diese Erfahrung.

Insgeheim kann er aber froh sein. Merz hat sich endgültig für eine Führungsaufgabe in der CDU diskreditiert. Da mag die Werteunion noch so toben und ihn als Kanzlerkandidaten fordern. Das Spiel ist aus für Friedrich Merz.

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