Kommentar zu Armin Laschet Immer noch viel zu wenig

Es sind nur noch Monate bis zur Bundestagswahl. Die CDU steht in den Umfragen schlecht da, Parteichef Laschet muss jetzt Führungsqualitäten zeigen. Genau das tut er aber nicht, meint Hans-Ulrich Brandt.
31.03.2021, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Immer noch viel zu wenig
Von Hans-Ulrich Brandt

Es gibt ihn also doch noch: Armin Laschet ist aufgetaucht. Endlich einmal hat er sich nicht als Ministerpräsident zu Wort gemeldet, er hat tatsächlich in seiner neuen Rolle als CDU-Bundesvorsitzender gesprochen. Bemerkenswert für einen Mann, der ansonsten so tut, als sei er nie zum Parteichef gewählt worden.

Entsprechend hoch waren die Erwartungen der gerade ziemlich gefrusteten Christdemokraten an ihn. Doch wer sich von seiner Grundsatzrede zum Wahlprogramm der CDU einen Motivationsschub erhofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Laschets Auftritt war blass. Er mühte sich, er arbeitete sich ab an den Themenfeldern Umwelt-, Wirtschafts-, Sozial- und Digitalpolitik. Und löste damit doch keine Aufbruchstimmung aus.

Wie auch? Die erfolgsverwöhnten Christdemokraten, die jetzt im tiefen Umfragetal stecken und um die sicher geglaubte Fortsetzung der Kanzlerschaft bangen müssen, mögen sich nicht länger mit ein paar dürftigen Floskeln zufriedengeben. Mehr aber hatte Laschet unter dem Motto „wwwzusammenmachen.de“ nicht zu bieten. Seine Beschwörungen, er wolle „Vertrauen zurückgewinnen“, sei gegen ein „Weiter so“ und werde sich für ein „bürokratiefreies Jahr“ einsetzen, waren nicht nur schwach formuliert, sie erfüllten auch in keiner Weise, was seine Partei jetzt von ihm erwartet, nämlich: Kampfgeist, Führung und endlich mal eine selbstbewusste Reaktion auf die heftige verbale Ohrfeige, die ihm Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag vor Millionen Fernsehzuschauern verpasst hatte.

Laschet steht seitdem als einer jener Landesfürsten da, die dafür mitverantwortlich sind, dass Deutschland gerade planlos in die dritte Corona-Welle läuft. Und diese Schuldzuweisung trifft ihn auch völlig zu Recht. Längst hat er die Deutungshoheit der Pandemiebekämpfung seinem Kontrahenten aus München überlassen. Markus Söder positioniert sich, wo Laschet sich wegduckt. Nur bei der K-Frage, da will er dem CSU-Chef nicht den Vortritt lassen. Außer dass er einer größeren Partei vorsteht als Söder, hat er aber nicht viel in die Waagschale zu werfen. Immer noch nicht.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+