Bundesregierung fordert deutsche Wirtschaft zu Investitionen auf

„Chancenkontinent Afrika“

Nairobi. In Afrika liege die Zukunft, sagt die Bundesregierung. Beim deutsch-afrikanischen Wirtschaftsgipfel warben gleich zwei Minister für Investitionen.
10.02.2017, 00:00
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Von Anna Kerber

Nairobi. In Afrika liege die Zukunft, sagt die Bundesregierung. Beim deutsch-afrikanischen Wirtschaftsgipfel warben gleich zwei Minister für Investitionen. Doch die vielerorts grassierende Korruption in diesen Ländern bleibt ein Problem.

Die Bundesregierung erwartet von der deutschen Wirtschaft mehr Investitionen und Engagement in Afrika. „Es ist der Chancenkontinent. Es ist auch der Wachstumskontinent von morgen“, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Donnerstag zur Eröffnung des zweiten deutsch-afrikanischen Wirtschaftsgipfels in Kenias Hauptstadt Nairobi. Vor Hunderten Vertretern aus Wirtschaft und Politik sprach Müller von einem „Weckruf an die deutsche Wirtschaft, Afrika jetzt in den Fokus zu nehmen“.

Die deutsche Delegation wurde von Müller und Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) angeführt. Kenias Präsident Uhuru Kenyatta ließ sich entschuldigen. Er wurde von der Außenministerin seines Kabinetts, Amina Mohamed, vertreten.

Müller präsentierte einen „Marshallplan“, und zwar „mit Afrika, nicht für Afrika“, wie der Minister betonte. Das Konzept sieht ein Umdenken vor: weg von klassischer Entwicklungshilfe und hin zu wirtschaftlicher und politischer Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“. „Wir müssen den afrikanischen Ländern einen fairen Zugang zu europäischen Märkten bieten. Das ist nicht überall der Fall“, sagte Müller. So müsse etwa auch die Ausbeutung von Ressourcen, wie sie derzeit stattfinde, gestoppt werden.

Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries erklärte zu dem Gipfel: „Die Chancenregion Afrika, die bis zum Jahr 2050 zwei Milliarden Bewohner zählen dürfte, ist ein Markt, der gerade erst dabei ist, sein volles Potenzial zu entfalten.“ Die Wirtschaftsbeziehungen seien „ausbaufähig“. So habe das bilaterale Handelsvolumen mit den Subsahara-Staaten 2015 nur knapp 26 Milliarden Euro betragen, was dem deutschen Handel mit der Slowakischen Republik entspreche.

„Wir brauchen hier die Unterstützung von deutschen Unternehmen, um wirklich etwas zu bewerkstelligen“, sagte Zypries. Gleichzeitig müssten aber auch die afrikanischen Regierungen daran arbeiten, notwendige Rahmenbedingungen zu schaffen. Fehlende Rechtssicherheit und hohe Korruption seien die größten Faktoren, die Deutsche von Investitionen abhielten, so Zypries. Müller besuchte am Nachmittag noch die Getränkefirma Kevian, einen führenden Getränkehersteller. Anschließend überreichte er Bildungsstipendien für 500 junge Kenianer in der Ausbildungsstätte der Firma Krones. Der Fokus liegt dabei auf technischen Berufen.

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