Kommentar über den Impfgipfel Unrealistisch

Drei Hersteller dürfen bereits Impfstoffe auf den Markt bringen, doch die Pharmafirmen kommen mit der Produktion nicht wie erhofft nach. Kein Grund, ihnen dafür die Schuld zu geben, meint Hans-Ulrich Brandt.
01.02.2021, 20:43
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Unrealistisch
Von Hans-Ulrich Brandt

Es bestand die Gefahr, dass dieser Gipfel nur dem Zweck dienen sollte, den Schwarzen Peter von der Politik zu den angeblich unzuverlässig liefernden Pharmafirmen zu schieben. Und mal wieder war es Markus Söder, der vor Beginn am heftigsten austeilte und mit staatlichen Eingriffen in die Impfproduktion drohte. Ja, geht’s noch?

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Statt auf die Pharmakonzerne einzudreschen, müssen sich die politisch Verantwortlichen vielmehr den Vorwurf gefallen lassen, eine Erwartungshaltung geweckt zu haben, die unmöglich zu erfüllen war. Immerhin hier hat der Impfgipfel mehr Klarheit und gegenseitiges Verständnis gebracht. Politischer Druck sorgt eben nicht für mehr Impfstoff, sondern nur für mehr Empörung. Jetzt ist klar: Erst im zweiten Quartal wird in deutlich größerem Umfang geimpft werden können.

Ja, es wäre schön, wenn es schneller ginge, wenn von jetzt auf gleich geliefert werden könnte, was so dringend gebraucht wird. Aber es ist völlig unrealistisch. Zur Erinnerung: Die EU hat fast 448 Millionen Einwohner.

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