Kommentar über die Impfstoff-Suche

Eine durchschaubare Kampfansage

Gesundheitsminister Jens Spahn ist zu bedauern, den Wettlauf um einen Corona-Impfstoff immer wieder kommentieren zu müssen. Der Impfstoff kommt, wenn er wirksam und sicher ist, meint Hans-Ulrich Brandt.
14.08.2020, 05:00
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Eine durchschaubare Kampfansage
Von Hans-Ulrich Brandt
Eine durchschaubare Kampfansage

Russland hat einen Corona-Impfstoff zugelassen. Das wirft die Frage auf: Wann gibt es ihn in Deutschland?

Alexander Zemlianichenko Jr/dpa

Der Name „Sputnik“ hat schon einmal aufhorchen lassen. Das war 1957, als die Sowjetunion den Kampf ums All vor den Amerikanern gewann. Jetzt geht es um einen Wettlauf um den ersten Impfstoff, der wirksam gegen das Coronavirus schützt. Ist Russland tatsächlich der Sieger? Große Zweifel sind angebracht, denn Moskau pfeift auf die Einhaltung internationaler Sicherheits- und Prüfstandards.

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Ein politisches Signal ist es trotzdem – und es zeigt Wirkung. Wenn schon nicht medizinisch, dann zumindest in den Köpfen der verantwortlichen Politiker. Gesundheitsminister Jens Spahn ist zu bedauern, diesen Wettlauf immer wieder kommentieren zu müssen. Wann kommt der Impfstoff? Immer geht es um diese Frage.

Der öffentliche Druck ist nur zu verständlich, aber die Antwort darauf hat sich nicht verändert: Wenn er wirksam und für die Geimpften sicher ist. Ob noch in diesem Jahr oder erst im nächsten, ist da nebensächlich. Der eingeschlagene Weg der Wissenschaft, nicht gegen, sondern miteinander zu arbeiten, um so schnell wie möglich ans Ziel zu kommen, ist der einzig Richtige. In diesem Fall verdirbt Konkurrenz mal das Geschäft.

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