Kommentar über Touristen aus Corona-Gebieten

Wenige Gründe für innerdeutsche Reisebeschränkungen

Bayern, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wollen strenge Auflagen für Reisende aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf. Hilfreich sind unterschiedliche Regeln allerdings nicht, meint Markus Peters.
25.06.2020, 05:00
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Wenige Gründe für innerdeutsche Reisebeschränkungen
Von Markus Peters
Wenige Gründe für innerdeutsche Reisebeschränkungen

Nach der Häufung neuer Corona-Infektionen in Westfalen hat unter anderem Niedersachsen Beschränkungen für Touristen aus der Region erlassen.

Rolf Vennenbernd/dpa

Es ist immer dasselbe Muster: Noch bevor die Gesundheitsminister Gespräche über eine einheitliche ­Linie im Umgang mit Reisenden aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf überhaupt begonnen hatten, preschten einige Bundesländer vor. Mecklenburg-Vorpommern und Bayern wollen Bürger aus betroffenen Gebieten nur noch unter strengen Auflagen einreisen lassen, auch Niedersachsen hat ein Beherbergungsverbot für Touristen aus dieser Region erlassen. Schleswig-Holstein will sogar eine Quarantäne einführen.

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Bislang sind allerdings außerhalb der Beschäftigten in dem Schlachthof der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück noch so gut wie keine Infektionsfälle in der Bevölkerung bekannt. Daher sprechen rational betrachtet nur wenige Gründe dafür, die Menschen in den betroffenen Gebieten einzusperren, mit einem aktuellen negativen Corona-Test noch weniger. Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) mag vielleicht mit solchen vorschnellen Aktionen Punkte im Kampf um die Kanzlerkandidatur der Union gegen seinen möglichen Konkurrenten Armin Laschet sammeln. Hilfreich sind bundesweit unterschiedliche Regelungen aber weder für die Betroffenen noch für alle anderen Bundesbürger.

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