Hotspot Hildburghausen

Coronavirus: Erstmals Massentests von Kindern und Erziehern

Im Süden Thüringens explodierten Ende November die Zahlen der Infektionen mit dem Coronavirus. Es gibt massive Einschränkungen im Kreis Hildburghausen - auch Schulen und Kitas sind zu. Massentests sollen den Kindern die Rückkehr ermöglichen.
01.12.2020, 04:51
Lesedauer: 2 Min
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Im Corona-Hotspot Hildburghausen können sich erstmals in Deutschland alle Kindergarten- und Schulkinder sowie ihre Erzieher auf das Virus testen lassen. Die Aktion beginnt heute in einem Kindergarten in der Stadt Hildburghausen.

Etwa ein Drittel der Kinder aus den städtischen Kindergärten und die Mehrheit der Erzieherinnen und Erzieher wolle sich an dem freiwilligen Schnelltest beteiligen, sagte Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) der Deutschen Presse-Agentur.

Wegen der Ende November explosionsartig gestiegenen Infektionszahlen gilt im gesamten Kreis Hildburghausen seit dem vergangenen Mittwoch ein harter Lockdown. Auch Schulen und Kindertagesstätten sind geschlossen. Es gibt jedoch eine Notbetreuung. Am Wochenende wurden die Beschränkungen nochmals verschärft. Der Kreis im Süden Thüringens wies zu Wochenbeginn nach Zahlen des Robert Koch-Instituts erneut die bundesweit höchsten Infektionswerte auf - obwohl es laut Thüringer Gesundheitsministerium am Wochenende keine Neuinfektionen gab. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - lag bei 579; ebenso wie im zweiten Hotspot, der niederbayerischen Stadt Passau.

Nach Angaben des Landratsamtes Hildburghausen können sich etwa 8000 Kita- und Schulkinder, etwa 1000 Pädagogen sowie Mitarbeiter aus Bildungseinrichtungen freiwillig testen lassen. Dafür würden die Voraussetzungen geschaffen - insgesamt 11.000 Tests seien bestellt. Wie viele Menschen das Angebot annehmen, ist offen. Am Montag hieß es, es gebe bisher etwa 2000 Rückmeldungen von Testwilligen. Auch einige Kommunalpolitiker in dem Kreis sollen Massentests skeptisch gegenüberstehen.

Hildburghausens Bürgermeister kündigte an, dass es für die Kinder, die negativ auf das Virus getestet seien, bereits am Mittwoch wieder eine reguläre Betreuung geben könnte. „Vorausgesetzt, wir haben ausreichend negativ getestetes Personal zur Verfügung“, sagte Kummer. Er könnte sich vorstellen, dass das Testangebot in den kommenden Tagen wiederholt werden könnte, so das Stadtoberhaupt.

Gegen den Lockdown hatte es eine unangemeldete Demonstration mit einigen hundert Teilnehmern gegeben. Nicht alle hielten sich an die Infektionsschutzregeln. Das Landratsamt reagierte mit einem Versammlungsverbot, das seit diesem Sonntag gilt. Versammlungen können nur im Einzelfall und auf Antrag genehmigt werden, wenn sie infektionsschutzrechtlich vertretbar sind und vier Tage vorher angemeldet wurden. Zudem gilt in der Innenstadt von Hildburghausen eine allgemeine Maskenpflicht.

© dpa-infocom, dpa:201201-99-524277/2 (dpa)

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