Guttenberg Gast bei Gesprächsrunde CSU-Treffen der besonderen Art

München. Wenn zu einer internen CSU-Veranstaltung nur bestimmte Parteifreunde eingeladen sind und andere aus nicht so ohne weiteres nachvollziehbaren Gründen nicht, dann ist das schon mal Grund zu Getuschel. Und wenn zu den Eingeladenen auch noch Ex-CSU-Star Karl-Theodor zu Guttenberg gehört, dann schießen die Spekulationen ins Kraut.
21.02.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Ralf Müller

Wenn zu einer internen CSU-Veranstaltung nur bestimmte Parteifreunde eingeladen sind und andere aus nicht so ohne weiteres nachvollziehbaren Gründen nicht, dann ist das schon mal Grund zu Getuschel. Und wenn zu den Eingeladenen auch noch Ex-CSU-Star Karl-Theodor zu Guttenberg gehört, dann schießen die Spekulationen ins Kraut.

Gemeint ist ein Treffen, zu dem Manfred Weber, der niederbayerische CSU-Chef und Vorsitzende der EVP-Fraktion im europäischen Parlament, für das Wochenende ins Schloss Neufahrn (Landkreis Landshut) eingeladen hat. Da wolle man einmal „über den Tellerrand“ hinaus sehen, wie Weber formuliert. Ex-Bundesverteidigungsminister Guttenberg reist dazu extra aus den USA an. Erwartet wird auch der frühere bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU), dazu eine bunte Schar illustrer Gäste von Österreichs 28-jährigem Außenminister Sebastian Kurz über Schach-Weltmeister Gari Kasparow bis zu HypoVereinsbank-Chef Theodor Weimer.

Ein „Geheimtreffen“ ist die Neufahrner Gesprächsrunde längst nicht mehr – dafür sind die Einladungen zu weit gestreut und der Medienandrang zu groß. Klare Kriterien, wer in Neufahrn Gast ist und wer nicht, sind nicht erkennbar. Nicht dabei ist jedenfalls die komplette ältere Generation der Partei, allen voran CSU-Chef Horst Seehofer. Wird hier die „CSU neu“ aus der Taufe gehoben?

Aber auch die Vermutung, dass die unter 50-Jährigen konsequent ausgewählt wurden, geht fehl: So zählt der 49-jährige Geschäftsführer der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag Josef Zellmeier zu den Geladenen, nicht aber Finanzminister Markus Söder, der ein Jahr jünger ist.

In der CSU-Parteizentrale gibt man sich entspannt. Wer wen zu was in der Partei einlade, unterliege nicht der Genehmigung, heißt es da. Das Ganze sei ein CSU-Netzwerkerspielchen aus alten Zeiten, meint ein Landtagsabgeordneter. In der Tat könnte „über den Tellerrand hinaus“ auch bedeuten „über die Amtszeit Seehofer hinaus“. Dass sich die ehemaligen bayerischen JU-Chefs Manfred Weber und Markus Söder, im Augenblick aussichtsreichste Kandidaten im Kampf um die Seehofer-Nachfolge, nicht sonderlich grün sind, ist ein offenes Geheimnis.

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