Kommentar über Theresa Mays Rücktritt

Das Ende

Für die Spaltung der Bevölkerung muss man vor allem Theresa Mays Politik und ihren Stil verantwortlich machen. Es hätte nicht so weit kommen dürfen, schreibt unsere London-Korrespondentin Katrin Pribyl.
24.05.2019, 16:03
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Das Ende
Von Katrin Pribyl
Das Ende

Abschied mit Tränen: Die britische Premierministerin Theresa May gibt vor Downing Street ihren Rücktritt bekannt.

Alberto Pezzali/dpa

Es ist ein trauriges Ende dieser zweiten Premierministerin in der britischen Geschichte. Nach knapp drei Jahren im Amt lautet Theresa Mays Vermächtnis: der Brexit ist in der Schwebe, innenpolitisch herrscht Stillstand, die Bevölkerung präsentiert sich gespaltener denn je und Westminster geht im Chaos unter. Dafür muss man vor allem ihre Politik und ihren Stil verantwortlich machen. Es hätte nicht so weit kommen dürfen.

Auch wenn der EU-Austritt eine Herkulesaufgabe darstellt und die Herausforderungen historisch sind, hielt die Konservative alle Karten in der Hand. Sie hatte zu Beginn ihrer Amtszeit die Macht, den Brexit zu definieren und das Land in eine strategische Richtung zu führen, die dem Wohl des Königreichs dient. Leider erwies sich ihre erkorene Version als fatal und völlig falsch. Nicht nur, dass sie ohne Not rote Linien zog, die schlussendlich ihren Handlungsspielraum einschränkten. Erst die von May über Monate mantrahaft vorgetragenen Phrasen wie „Kein Deal ist besser als ein schlechter“ ebneten den Weg für den von Ideologien getränkten Populismus, mit dem die Brexit-Hardliner seit Monaten die Menschen verführen.

Lesen Sie auch

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+