Kommentar über die neue EU-Kommission Das EU-Team von Ursula von der Leyen

Es ist sicherlich zu früh, um sich ein erstes Urteil über das neue Kommissionsteam bilden zu können. Aber absehbar scheint, dass von der Leyen weniger Alpha-Tiere um sich haben dürfte, meint Detlef Drewes
26.08.2019, 16:17
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Das EU-Team von Ursula von der Leyen
Von Detlef Drewes

Europa braucht eine starke Führungsriege. Doch ob die Mannschaft, mit der Ursula von der Leyen als Präsidentin die nächsten fünf Jahre regieren will, diesem Anspruch gerecht wird, liegt weder in ihrer noch in der Hand derer, die sich nun als Kandidaten bewerben. Wichtiger als je zuvor wird in der neuen Amtsperiode, dass nicht nur die Zusammenarbeit zwischen dem Europäischem Parlament und dem „Team Ursula“ klappt, sondern auch die Kooperation mit den Mitgliedstaaten. Es kann nicht sein, dass die Regierungen ihre europäische Verantwortung in Brüssel abgeben und sich dann auf ihre nationale Sichtweise zurückziehen. Ob es um Klimaschutz, Migration, Digitalisierung oder Sozialunion geht – die Gemeinschaft leidet vielfach nicht an fehlenden Vorschlägen zur Zusammenarbeit, sondern an deren Umsetzung.

Es ist sicherlich zu früh, um sich ein erstes Urteil über das neue Kommissionsteam bilden zu können. Aber absehbar scheint, dass von der Leyen weniger Alpha-Tiere um sich haben dürfte, als ihr noch amtierender Vorgänger Jean-Claude Juncker, zu dessen Mannschaft sieben ehemalige Staats- oder Regierungschefs und etliche Ex-Minister gehör(t)en. Das hat nicht immer, aber doch immer wieder zu Eifersüchteleien geführt. Vor allem aber zu Intransparenz, weil der Bürger am Ende nicht mehr wusste, welcher Fach-Kommissar denn nun zuständig war. Ursula von der Leyen aber weiß: Die Bürger wollen Klarheit.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+