Serie des Kreisarchivs: Alte Ansichten aus dem Landkreis und die Geschichten dahinter

Das Pritzschmannsche Haus

Landkreis Osterholz (gjh). In unserer Serie mit dem Kreisarchiv stellen wir alte Ansichten vor.
02.08.2019, 00:00
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Von Stadtarchiv
Das Pritzschmannsche Haus

Das Pritzschmannsche Haus gehörte dem Kaufmann Georg Holsten.

Stadtarchiv

Landkreis Osterholz (gjh). In unserer Serie mit dem Kreisarchiv stellen wir alte Ansichten vor. Dieses Mal dreht sich alles um das Pritzschmannsche Haus.

1889 übernimmt der Kaufmann Georg Holsten das Pritzschmannsche Haus in Grasdorf Nr. 25. Er bittet um die Erlaubnis, eine Verkaufsstelle für Branntwein einrichten zu dürfen. Als Anlass gibt er an: „Seit bald zwei Monaten verkaufe ich Bier in Flaschen und höre fast täglich, dadurch einem längst gefühlten Bedürfnis abgeholfen zu haben, da den Leuten das Braunbier in den Gastwirtschaften zu teuer sei“. Er ist der Meinung, dass sein Haus im Zentrum des Ortes dafür richtig gelegen sei. Der Antrag wird vom Landrat abgelehnt, da dessen Ansicht nach die Bedürfnisfrage nicht vorhanden sei. Außerdem sei die Einrichtung einer Gaststätte zu bevorzugen.

Holsten legt Berufung ein und die Lehrer Böschen und Böttjer beschreiben, dass die beiden kleineren Gasthäuser am Ort die Zahl der Besucher beim jährlichen Missionsfest nicht fassen könnten. Auch Gemeindemitglieder unterstützen den Antrag. 1905 stellt Georg Holsten erneut einen Antrag. Daraufhin wird nach den baulichen Voraussetzungen gefragt. Da Holsten ein neues Haus gebaut hat, sind die Räumlichkeiten noch nicht benutzbar. Nun wird ihm die Erlaubnis verweigert, da die Räumlichkeiten nicht den Vorschriften entsprechen. 1906 folgt ein weiterer Antrag, der abermals abgelehnt wird.

Im Januar 1907 beraumt Holsten eine Gerichtsverhandlung an und beschreibt die Lage seines Hauses: „Dem Hause des Antragstellers in Grasdorf gegenüber befinde sich die Windmühle von Schröder und wenig davon entfernt die Torfstreufabrik von Köster. Infolgedessen herrscht hier ein sehr reger Verkehr. Sämtliche Torfschiffer von Meinershausen und Mittelmoor müssen am Haus vorbei.“ Desweiteren werden Kirchgänger und Heufahrer aufgeführt.

1908 wird der Antrag abermals abgelehnt: „weil Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass die Erlaubnis zur Förderung der Völlerei missbraucht werden würde.“ Schließlich bekommt er doch noch die Konzession.

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