Markus Blume soll das freundlichere Gesicht der Partei werden Der neue starke Mann der CSU

Berlin. Es gibt eine neue starke Person in der CSU. Er heißt Markus, aber ausnahmsweise geht es nicht um den bayerischen Finanzminister Söder, sondern um den Landtagsabgeordneten Markus Blume.
17.01.2017, 00:00
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Der neue starke Mann der CSU
Von Daniela Vates

Berlin. Es gibt eine neue starke Person in der CSU. Er heißt Markus, aber ausnahmsweise geht es nicht um den bayerischen Finanzminister Söder, sondern um den Landtagsabgeordneten Markus Blume. Der war vor 20 Jahren Bayerischer Jugendmeister im Eiskunstlauf, hat dann aber Sport gegen Politik getauscht. CSU-Chef Horst Seehofer holt den 41-Jährigen nun in die erste Reihe. Er macht den Münchner zum zweiten Generalsekretär seiner Partei. Neben den zuweilen etwas hemdsärmelig auftretenden Andreas Scheuer tritt ein eher ruhiger, verbindlicher Typ, dem selbst die bayerische Opposition Reflexionsvermögen attestiert.

Es kann sein, dass Seehofer auch für den Fall seines eigenen – geplanten oder erzwungenen – vorzeitigen Ausstiegs sicherstellen will, dass Blume im künftigen Führungszirkel der CSU eine Rolle spielt. Auf jeden Fall ist dessen Berufung der Versuch, die CSU breiter aufzustellen, nicht nur auf Zuspitzen und Austeilen zu setzen, sondern auch jemand zu haben für die Mäßigung. Schließlich hat der scharfe Ton Seehofers und Scheuers in der Flüchtlingspolitik nicht nur Zustimmung gefunden; von den Bischöfen, traditionell eher der CSU zugewandt, kam massive Kritik.

Auch Blume findet Bilder und kann zuspitzen. Während aber Scheuer im jahrzehntelang eingeübten CSU-Duktus bedauert, dass Senegalesen kaum abgeschoben werden können, wenn sie einmal im örtlichen Fußballverein mitspielen, sagt der studierte Politologe und ehemalige Landesvorsitzende des konservativen Studentenbundes RCDS deutlich liberaler anmutende Sätze wie: „Der Freistaat ist bunter als weiß-blau.“ Oder: Leitkultur sei mehr als „Dirndl und Schweinebraten“.

Die letzten Monate hat Blume mit einer Fleißarbeit verbracht: Er hat das neue CSU-Grundsatzprogramm geschrieben. Die Leitkultur steht darin, gleichzeitig aber öffnet sich die CSU fast nebenbei für die Homo-Ehe. Seehofer lobte Blume dafür mit Superlativen von Donald-Trump-Format: „Exzellent, famos, eine Sternstunde unserer Partei.“ Er hat Blume einen Aufstieg versprochen.

Begonnen hat der vor rund 15 Jahren mit einem Skandal: Markus Blume verlor damals eine Auseinandersetzung um einen CSU-Lokalposten und ein Landtagsmandat, dem Konkurrenzlager aber war Stimmenkauf nachweisbar. Die Sache festigte den schlechten Ruf der Münchner CSU; deren damalige Chefin, die Strauß-Tochter Monika Hohlmeier, verlor ihren Ministerposten. Blume kam 2008 in den Landtag. Schon 2013 galt er als Kabinettsanwärter, fiel dann aber durch, weil bereits zwei Münchner bedacht worden waren.

Zu erwarten ist, dass Blume den Generalsekretärsposten schon in wenigen Monaten alleine innehaben wird: Nach der Bundestagswahl im Herbst könnte Scheuer in der Bundestagsfraktion einen neuen Posten übernehmen, als rechte Hand eines neuen Landesgruppenchefs Alexander Dobrindt zum Beispiel. Blume wäre dann schon eingearbeitet. Ihm bliebe die Organisation des Landtagswahlkampfs 2018 – und der ist für die auf die absolute Mehrheit fixierte CSU wichtiger als der Bundestagswahlkampf.

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