Kommentar über Nordkorea-Konflikt

Deutsche Vermittlerrolle ist nicht abwegig

Deutschland hat vielen westlichen Ländern etwas voraus: eine Botschaft in Nordkorea. Das Relikt aus DDR-Zeiten könnte nun eine Chance sein, in der Weltpolitik zu vermitteln, meint Felix Lee.
17.09.2017, 22:03
Lesedauer: 1 Min
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Deutsche Vermittlerrolle ist nicht abwegig
Von Felix Lee
Deutsche Vermittlerrolle ist nicht abwegig

Die nordkoreanische Fahne im Schloss Bellevue in Berlin: Im April 2017 übergab dort der neue nordkoreanische Botschafter in Deutschland, Pak Nam Yong, sein Beglaubigungsschreiben an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Umgekehrt hat auch Deutschland in Nordkorea eine Botschaft.

dpa

Was hat Deutschland mit Nordkorea zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel. Das Regime in Pjöngjang weiß mehr oder weniger China und Russland auf seiner Seite. Ihnen gegenüber stehen die USA als Schutzmacht von Südkorea und Japan. Deutschland nimmt bislang nur eine Zuschauerrolle ein.

Trotzdem hat Kanzlerin Merkel jüngst angeboten, dass die Bundesregierung in dem Konflikt vermitteln könnte. Und auch Außenminister Gabriel hat am Sonntag bei seiner Stippvisite in Peking seinem chinesischen Kollegen dieses Angebot unterbreitet. Tatsächlich ist eine deutsche Vermittlerrolle keineswegs abwegig.

Als eines der wenigen westlichen Länder hat Deutschland bis heute eine Botschaft in Nordkorea, ein Relikt aus DDR-Zeiten. Bis vor Kurzem sind regelmäßig deutsche Parlamentarier nach Nordkorea gereist. Sie verfügen über Kontakte in Pjöngjang, die andere westliche Staaten nicht haben. Das könnte ein erster Ansatz sein. Das Regime in Pjöngjang wiederum könnte die Deutschen tatsächlich als ehrliche Mittler betrachten, eben weil Deutschland in der Region keine eigenen Interessen hegt. Die künftige Bundesregierung könnte sich weltpolitisch rasch profilieren: mit Nordkorea.

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