Kommentar über die Brexit-Abstimmung Die EU schaut paralysiert zu

Theresa May will ihren mühsam ausgehandelten Deal mit der EU um jeden Preis durchsetzen. Man ahnt, wer ihre Vorbilder sind, meint Joerg Helge Wagner.
14.03.2019, 21:31
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Die EU schaut paralysiert zu
Von Joerg Helge Wagner

Nun wissen wir also ganz genau, was die britischen Volksvertreter alles nicht wollen: weitere Mitgliedschaft in der europäischen Zollunion, einen harten Brexit, ein zweites Referendum. Und was wollen sie? Mehr Zeit, um darüber nachzudenken, was sie eigentlich wollen. Und was will ihre Regierungschefin? Theresa May will ihren mühsam ausgehandelten Deal mit der EU um jeden Preis durchsetzen; sie ist dabei bislang nicht an das Parlamentsvotum gebunden.

Man ahnt, wer ihre Vorbilder sind: die „Eiserne Lady“ Maggie Thatcher und Kriegspremier Winston Churchill. Wenn May bis Mittwoch doch noch eine Mehrheit findet, könnte sie den beiden Legenden näher kommen. Aber bei den britischen Buchmachern dürften die Quoten für ein solches Ergebnis enorm sein – sprich: die Chancen winzig.

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Und die EU? Sie schaut diesem Shakespeare-Drama um Macht und Wahnsinn seit fast drei Jahren paralysiert zu. In der Zeit hätte man zumindest mal das vermaledeite Einstimmigkeitsprinzip ändern können. Doch bislang könnte immer noch Malta alleine dafür sorgen, dass London keinen Aufschub bekommt und der Brexit in zwei Wochen knallhart wird.

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