Kommentar über den Schutz von Unternehmen

Fairer Wettbewerb

Die Europäische Union ist viel zu spät aufgewacht und versucht nun, industrielle Kernbereiche zu fördern und den Ausverkauf von Know-how zu erschweren, kommentiert Brüssel-Korrespondent Detlef Drewes.
06.05.2021, 05:00
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Fairer Wettbewerb
Von Detlef Drewes
Fairer Wettbewerb

Container werden mit dem Güterzug über die neue Seidenstraße nach China gebracht.

dpa

Europa wurde während der Pandemie vor Augen geführt, wie sehr man bei Rohstoffen und wichtigen Gütern von anderen Lieferanten abhängig ist. In den Jahren zuvor musste man mit geballter Faust in der Tasche hinnehmen, dass Unternehmen aus Drittstaaten ihre Betriebe mit Milliardensummen unterstützten und auf dem europäischen Markt durch Billig-Angebote oder Übernahmen wichtige Teile der Wirtschaft in ihre Hand brachten. Das „Seidenstraßen“-Projekt war vor allem eine Maßnahme für chinesische Konzerne, sich strategisch wichtige Zugänge zu Anrainerstaaten zu sichern.

Die Europäische Kommission versucht nun, Peking mit den eigenen Waffen zu schlagen. Zum einen will die Union industrielle Kernbereiche bei zentralen Produkten und Rohstoffen fördern, um sie nach Europa zu holen. Zum anderen sollen ausländische Investoren gestoppt werden, um den Ausverkauf von technischem Know-how zu erschweren. In Brüssel würde man sagen: Man will sie den gleichen Regeln unterwerfen, die für den Binnenmarkt gelten. Das ist fair.

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