Hintergrund Die gesuchten Ex-RAF-Mitglieder Klette, Staub und Garweg

Auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamtes (BKA) finden sich drei seit Jahrzehnten gesuchte Ex-Mitglieder der Rote Armee Fraktion (RAF). DNA-Spuren des Trios wurden nun nach einem Raubüberfall bei Bremen sichergestellt.
19.01.2016, 16:59
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Auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamtes (BKA) finden sich drei seit Jahrzehnten gesuchte Ex-Mitglieder der Rote Armee Fraktion (RAF). DNA-Spuren des Trios wurden nun nach einem Raubüberfall bei Bremen sichergestellt.

DANIELA KLETTE: Die 1958 in Karlsruhe (Baden-Württemberg) geborene Daniela Klette wird als ehemaliges Mitglied der dritten Generation der RAF steckbrieflich gesucht. Seit 1975 war sie in linksextremistischen Gruppen aktiv. Sie ging 1989 in den Untergrund, wenige Tage nach dem Attentat auf den Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen. Der Mord geht auf das Konto unbekannter Täter aus der "Kommandoebene" der dritten RAF-Generation.

Fingerabdrücke und DNA-Spuren bringen sie in Verbindung mit mehreren RAF-Taten. So soll sie am fehlgeschlagenen Autobombenanschlag auf die Computerzentrale der Deutschen Bank in Eschborn bei Frankfurt/Main 1990 und beim Schusswaffenangriff auf die US-Botschaft in Bonn während des Golfkrieges 1991 beteiligt gewesen sein. Auch beim spektakulären Sprengstoffanschlag auf den Gefängnisneubau im hessischen Weiterstadt 1993 deutet ein am Tatort gefundenes Haar stark auf eine Beteiligung Klettes hin. Im Juli 1999 - gut ein Jahr nachdem die RAF ihre Auflösung erklärt hatte - wurde in Duisburg bei einem Überfall auf einen Geldtransport eine Millionenbeute gemacht. Speichelspuren an einer dort zurückgelassenen Gesichtsmaske konnten Klette zugeordnet werden.

ERNST-VOLKER WILHELM STAUB: Der vom BKA wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung und schweren Raubes gesuchte Staub wurde 1957 in Hamburg geboren. Sein Studium der Sprach- und Rechtswissenschaften an der Hamburger Universität brach er 1982 ab. Er soll sich in dieser Zeit der RAF angeschlossen haben. 1984 wurde er in Frankfurt/Main verhaftet und 1986 wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe schloss er sich wieder der RAF an und tauchte 1990 unter.

Staub war wahrscheinlich 1993 am Sprengstoffanschlag von Weiterstadt (Hessen) und 1999 beim Geldtransporter-Überfall in Duisburg beteiligt, denn seine DNA-Spuren wurden an den Tatorten sichergestellt. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz vermutete damals "Sicherung des Lebensunterhaltes im Untergrund" als mögliches Motiv für den Überfall.

BURKHARD GARWEG wurde am 1. September 1968 in Bonn geboren. Er ist in Hamburg aufgewachsen, wo er in der links-autonomen Szene aktiv war und zeitweilig in den besetzten Häusern der Hafenstraße in St. Pauli lebte. Dort soll er Staub und Klette kennengelernt haben. 1990 ging Garweg in den Untergrund. Auch er soll dem RAF-"Kommando Katharina Hammerschmidt" angehört haben, das den Bombenanschlag auf das leerstehende Gefängnis in Weiterstadt verübte. (dpa)

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