Kommentar über Merkel und Söder

Der Kronprinz

Unter denen, die sich um den CDU-Vorsitz und indirekt um die Kanzlerkandidatur bewerben, sieht Angela Merkel niemanden, der als ihr Nachfolger taugen könnte. Söder traut sie es zu, schreibt Hans-Ulrich Brandt.
15.07.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Der Kronprinz
Von Hans-Ulrich Brandt
Der Kronprinz

Zwei, die sich verstehen: Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Fahrt über den Chiemsee.

Peter Kneffel /dpa

Sonne, Berge, der Chiemsee – genau die richtige Kulisse für Staatsbesuche. Doch hierhin lud nicht etwa die Kanzlerin ihre Amtskollegen zu einem EU-Gipfel ein, in dieser schon fast kitschig-schönen Umgebung war Angela Merkel Gast des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Ein Treffen wie aus dem Bilderbuch.

Warum macht die Kanzlerin das? Kann das Zufall sein? Ganz sicher nicht. Merkel lässt sich nicht mal eben so zwischen Gesprächen mit den italienischen und spanischen Ministerpräsidenten Conte und Sánchez auf eine Boots- und Kutschentour in Bayern ein, wenn ihr das nicht wichtig wäre.

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Das Signal ist eindeutig: Die Kanzlerin adelt mit ihrem Besuch den CSU-Chef, ernennt ihn öffentlich zum Staatsmann. Die Chemie stimmt schon eine ganze Weile zwischen ihnen, und Krisenmanager sind sie beide.

Merkels Pläne, Annegret Kramp-Karrenbauer den Weg ins Kanzleramt zu ebnen, sind längst passé. Unter denen, die sich nun um den CDU-Vorsitz und indirekt auch um die Kanzlerkandidatur bewerben, sieht sie niemanden, der als ihr Nachfolger taugen könnte. Söder traut sie es zu – und zeigt es jetzt auch. Und der bringt sich immer mehr in eine gute Position.

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