Kommentar zu Investoren im Gesundheitssystem

Die Medizinische Versorgung ist Staatsaufgabe

Die Vorstellung, dass Ärzte Therapien verordnen, weil es den Gewinnerwartungen anonymer Geldgeber nützt, verursacht Gänsehaut. Für die medizinische Versorgung sollte der Staat sorgen, meint Marc Hagedorn.
20.01.2020, 22:16
Lesedauer: 1 Min
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Die Medizinische Versorgung ist Staatsaufgabe
Von Marc Hagedorn
Die Medizinische Versorgung ist Staatsaufgabe

Immer mehr Finanzinvestoren tummeln sich im Gesundheitssystem und kaufen Arztpraxen auf.

ARNO BURGI

Der Druck ist in kaum einer Branche so hoch wie im Gesundheitswesen. Und in kaum einer Branche spielt das Vertrauen eine so große Rolle wie in der Medizin. Hier werden Milliarden von Euro umgesetzt, und es geht buchstäblich um Leben und Tod im Falle einer schlimmen Erkrankung. Man mag sich gar nicht vorstellen, dass bei der Frage nach der sinnvollsten Therapie nicht allein die medizinische Notwendigkeit eine Rolle spielt. Die Vorstellung, dass Ärzte Maßnahmen verordnen, weil es den Renditeerwartungen anonymer Geldgeber nützt, verursacht Gänsehaut.

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Doch Missbrauch ist nicht auszuschließen, wenn weiterhin Finanzinvestoren im Gesundheitssystem mitmischen und Arztpraxen aufkaufen und zu Ketten ausbauen.

Nicht jeder Investor ist gleich eine Heuschrecke, aber man wüsste als Patient doch schon gern, mit wem man es zu tun hat, wenn man ein Medizinisches Versorgungszentrum aufsucht. Transparenz über die wahren Besitzverhältnisse und Interessen sind das Mindeste, was man erwarten darf. Noch besser wäre es, wenn der Staat sich nicht noch weiter aus diesem Bereich herauszöge. Für die medizinische Versorgung sollte am besten er sorgen.

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