Die meisten Syrer fliehen vor Assad

Die meisten syrischen Flüchtlinge in Deutschland sind einer Umfrage zufolge aus Angst um ihr Leben aus ihrer Heimat geflohen. Bewaffnete Auseinandersetzungen waren für 92 Prozent der insgesamt 889 befragten Syrer zentraler Grund für die Flucht, wie die syrisch-deutsche Initiative „Adopt a Revolution“ am Mittwoch in Berlin mitteilte.
08.10.2015, 00:00
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Die meisten syrischen Flüchtlinge in Deutschland sind einer Umfrage zufolge aus Angst um ihr Leben aus ihrer Heimat geflohen. Bewaffnete Auseinandersetzungen waren für 92 Prozent der insgesamt 889 befragten Syrer zentraler Grund für die Flucht, wie die syrisch-deutsche Initiative „Adopt a Revolution“ am Mittwoch in Berlin mitteilte. Für die Kämpfe machten mehr als zwei Drittel (70 Prozent) das Assad-Regime verantwortlich, nur 32 Prozent gaben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Schuld.

Lediglich acht Prozent der Befragten äußerten den Wunsch, dauerhaft in Deutschland zu bleiben. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass die Syrer zurückkehren wollten – allerdings in ein Land ohne Machthaber Baschar al-Assad, sagte Elias Perabo von „Adopt a Revolution“. Eine Flugverbotszone würde nach Ansicht von rund 58 Prozent der Befragten verhindern, dass weiterhin so viele Menschen aus dem Bürgerkriegsland fliehen.

„Die Bundesregierung und die EU müssen anerkennen, dass die größte Fluchtursache in Syrien Assad und seine Fassbomben sind, und ihre Politik daran anpassen“, kommentierte Grünen-Chef Cem Özdemir die Ergebnisse der Umfrage. „Wir müssen dem brutalen Terror des IS in der Region ein Ende bereiten, aber solange Assad in Syrien regiert, wird das Land auf Dauer keinen Frieden finden.“

In Syrien selbst hat eine Woche nach Beginn der russischen Luftangriffe das Regime mit Hilfe aus Moskau eine Bodenoffensive gegen Rebellen begonnen. Die Gefechte nördlich der Stadt Hama seien die heftigsten seit Monaten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Russische Jets hätten in den Provinzen Hama und Idlib fast 40 Ziele bombardiert. Die Operation richtet sich gegen ein Rebellenbündnis, das sowohl das Regime als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpft. Russland griff nach eigenen Angaben erstmals von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer Ziele in Syrien an.

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