„Die Projekte machen mir Spaß“

Herr Hübotter, Sie engagieren sich seit vielen Jahren in Bremen für historische Gebäude und kulturelle Projekte. Was gibt Ihnen das Geben?Klaus Hübotter: Die Projekte, mit denen wir uns befassen, machen mir Spaß. Dazu gehört die Villa Ichon, die wir vor 35 Jahren gegründet haben, dazu gehört das Hafenmuseum im Speicher XI, und dazu gehört – mit anderen zusammen – der alte, neue Sendesaal von Radio Bremen.
03.12.2015, 00:00
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Herr Hübotter, Sie engagieren sich seit vielen Jahren in Bremen für historische Gebäude und kulturelle Projekte. Was gibt Ihnen das Geben?

Klaus Hübotter: Die Projekte, mit denen wir uns befassen, machen mir Spaß. Dazu gehört die Villa Ichon, die wir vor 35 Jahren gegründet haben, dazu gehört das Hafenmuseum im Speicher XI, und dazu gehört – mit anderen zusammen – der alte, neue Sendesaal von Radio Bremen. Das sind gemeinnützige Unternehmungen auf kulturellem Gebiet, die auch anderen Leuten Freude machen. Deswegen unterstützen wir sie.

Wenn man es sich erlauben kann, ist Spenden eine Selbstverständlichkeit?

Ja, das ist eine Selbstverständlichkeit.

Egal, wie viel man hat?

Nein. Das richtet sich natürlich danach, was man überhaupt in der Lage ist zu geben. Es ist doch ein großer Unterschied, ob ein Arbeitsloser oder ein Milliardär etwas spendet. Wenn ein Hartz-IV-Empfänger einen Euro gibt, ist das mehr, als wenn ein Milliardär eine Million gibt.

Amerikaner gehen viel offener mit ihrer Wohltätigkeit um. Warum ist das in Deutschland anders?

Vielleicht finden die Amerikaner das gut. Wir haben ganz große Spender, die teilweise anonym bleiben. Sie wollen damit nicht angeben, sondern einfach nur spenden. Auch hier in Bremen weiß ich von solchen. Große Spenden werden aber häufig bekannt gemacht. Man muss nur an die Kunsthalle denken oder die Jacobs University.

Tue Gutes und sprich nicht darüber. Kommt in Bremen hanseatische Bescheidenheit hinzu?

Vor ein paar Tagen stand in dieser Zeitung ein Zitat von Lessing, das besagt, dass alle großen Leute bescheiden sind. Ich halte das nicht unbedingt für bremisch, sondern allgemein für in Ordnung, wenn man nicht so großspurig auftritt.

Sie waren vor allem als Student politisch engagiert, erst in der KPD, dann in der DKP. Ist Spenden für Sie ein politischer Akt?

Nein. Ich glaube, mit der Politik hat das wenig zu tun. Es gibt hervorragende Leute aus allen Parteien, die spenden. Das ist politisch nicht bedingt. Ausgenommen vielleicht die Nazis. Mit denen habe ich nichts im Sinn, und von denen würde ich auch keinen Cent annehmen.

Wofür würden Sie niemals spenden?

Wir kriegen jeden Tag viele Spendenaufrufe. Durchweg sind sie sehr engagiert und berechtigt, unterstützen etwa Kinder, ältere Menschen und Flüchtlinge. Ganz wenige Vereinigungen und Ziele würde ich sicherlich nicht unterstützen. Bestimmt würde ich nichts geben für Waffennarren, Kriegsgeräte und ähnlichen Blödsinn.

Erinnern Sie sich an ihre jüngste Spende?

Die liegt eine Woche zurück und war ziemlich groß. Die Villa Ichon hat am Freitag ihr Benefizessen, bei dem die Gäste Geld spendieren für die Unterhaltung der Villa und für alles, was in ihr passiert zum Beispiel 300 bis 400 gemeinnützige Veranstaltungen im Jahr.

Können Sie sagen, wie viel Sie in etwa schon gespendet haben?

Da müsste ich nachrechnen. In diesem Jahr werden es sicherlich circa 150 000 Euro sein.

Das Interview führte Lisa Boekhoff.

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