Kommentar über mögliche Doppelspitze

Die SPD sollte Mut zeigen

Mit dem Mut ist es so eine Sache. Wer Neues versucht, muss ein Risiko tragen. Bei der SPD ist noch nicht klar, wie weit sie gehen will für die Erneuerung. Ein Kommentar.
24.06.2019, 19:16
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Die SPD sollte Mut zeigen
Von Carolin Henkenberens
Die SPD sollte Mut zeigen

SPD auf Führungssuche: Generalsekretär Lars Klingbeil und Europawahl-Spitzenkandidatin Katarina Barley werden als mögliche neue Partei-Vorsitzende gehandelt

Bernd von Jutrczenka/dpa

Wer traut sich? Niemand so recht, bisher. Seit dem Rücktritt von Andrea Nahles als SPD-Chefin bemühten sich die meisten, deren Name als Nachfolger oder Nachfolgerin genannt wurde, rasch zu erklären, warum und wieso sie den Posten nicht wollen. Kaum jemand hat große Lust auf den Schleudersitz. Eine Doppelspitze wäre nicht nur deshalb eine gute Sache. Sie bräche mit der Tradition einer Einzelperson als SPD-Parteichef und wäre eine Chance auf strukturelle Erneuerung.

Aber mit dem Mut ist es so eine Sache. Wer Neues versucht, muss ein Risiko tragen. Bei einem Duo besteht natürlich die Gefahr, dass es doch nicht so gut harmoniert, Zwist entsteht. Oder dass es die Flügel nicht repräsentiert. Schlimmstenfalls sind am Ende zwei Führungsleute verschlissen.

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Doch wer mutig ist, kann auch mehr gewinnen als die Mutlosen. Die SPD sollte es wagen. Es ist daher gut, dass ein Führungsteam an der Spitze möglich sein soll. Aber wieso sind auch Einzelkandidaturen gestattet? Warum legt die SPD sich nicht fest? Mut zeigen oder nicht? In der SPD, so der Eindruck, hat man sich noch nicht ganz entschieden. Letztlich könnte der Umbruch damit noch scheitern.

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