Kommentar über Politik im digitalen Zeitalter Verschiebung des Parteitags ist ein Armutszeugnis

Die Verschiebung des CDU-Parteitags bleibt auch ein Armutszeugnis. Sie dokumentiert, wie wenig digital die Politik denkt, kommentiert Markus Peters. Ein Parteitag kann auch online organisiert werden.
27.10.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Verschiebung des Parteitags ist ein Armutszeugnis
Von Markus Peters

Da mag sich Friedrich Merz noch so aufregen: Die Entscheidung des CDU-Vorstands, den für den 4. Dezember geplanten Präsenzparteitag in Stuttgart mit über 1000 Delegierten abzusagen, ist richtig. Politik hat eine Vorbildfunktion. Ihre Protagonisten können nicht einerseits die Menschen eindringlich ermahnen, Reisen und Treffen zu unterlassen, um andererseits eine Parteiversammlung stattfinden zu lassen, die zu diesem Zeitpunkt nicht zwingend notwendig ist. Zur Erinnerung: Die CDU hat eine Vorsitzende, die heißt Annegret Kramp-Karrenbauer und kann gefahrlos ein paar Wochen länger im Amt bleiben.

Trotzdem bleibt die Verschiebung des Parteitags auch ein Armutszeugnis. Sie dokumentiert, wie wenig digital die Politik denkt. Während zahlreiche Unternehmen schon in der ersten Phase der Pandemie komplexe Prozesse binnen weniger Tage neu organisieren mussten, ist die Regierungspartei CDU nicht auf Anhieb fähig, eine vergleichsweise simple Angelegenheit wie einen Bundesparteitag per Videokonferenz zu veranstalten und bestenfalls per Livestream ins Internet zu übertragen. Warum eigentlich nicht? Hinterzimmer lassen sich auch online finden.

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