Obama und Merkel treffen Putin / Gedenkfeiern in der Normandie Diplomatische Offensive am D-Day

Die Feier zur Erinnerung an den D-Day wurde zur diplomatischen Bühne in der Ukraine-Krise. US-Präsident Obama und Bundeskanzlerin Merkel trafen den russischen Präsidenten Putin.
07.06.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von MICHAEL DONHAUSERUND CHRISTOPH SATOR

Die Feier zur Erinnerung an den D-Day wurde zur diplomatischen Bühne in der Ukraine-Krise. US-Präsident Obama und Bundeskanzlerin Merkel trafen den russischen Präsidenten Putin. Es kommt Bewegung in den Konflikt.

US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben die D-Day-Gedenkfeiern in der Normandie zu einer Vermittlungsoffensive in der Ukraine-Krise genutzt. Obama und Kremlchef Wladimir Putin trafen sich am Freitag bei den Feiern zum 70. Jahrestag der alliierten Landung in Nordfrankreich zu einem kurzen Gespräch. Auch Merkel hatte zuvor mit Putin gesprochen.

Bei dem Treffen im Badeort Deauville sagte die Kanzlerin laut Bundesregierung, nach der international anerkannten Präsidentenwahl in der Ukraine müsse jetzt die Zeit genutzt werden, „um eine Stabilisierung der Lage insbesondere in der Ostukraine zu erreichen“. Russland müsse seiner großen Verantwortung dabei gerecht werden. Zur Begrüßung hatten sich Merkel und Putin kurz die Hand gegeben, die Atmosphäre wirkte kühl. Beide saßen vor den Flaggen ihrer Länder an einem kleinen Tisch relativ weit voneinander entfernt.

Putin und Obama sprachen sich nach Kremlangaben für ein schnelles Ende der Gewalt in der Ostukraine aus. Ein Treffen der beiden am Rande der Gedenkfeiern in der Normandie war bis kurz vor dem Gespräch ungewiss gewesen. Während seiner Europa-Reise hatte der US-Präsident den Kremlchef immer wieder hart kritisiert.

Merkel dankte am Nachmittag vor dem Besuch eines Soldatenfriedhofs in Ranville den Alliierten für die Befreiung vom Nationalsozialismus: Deutschland müsse dankbar sein, „dass die Alliierten solche Opfer erbracht haben, um eines Tages die Befreiung vom Nationalsozialismus durchzusetzen.“ Ranville stehe auch für den Geist der Versöhnung und für das Streben nach Verständigung und Partnerschaft. In dem Ort sind rund 2000 Tote begraben, darunter mehr als 300 Deutsche.

19 Staats- und Regierungschefs gedachten in einer Reihe von Gedenkveranstaltungen der Landung der alliierten Truppen am 6. Juni 1944. Mit dem D-Day vor 70 Jahren wurde die Niederlage Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg entscheidend vorangetrieben. Frankreichs Präsident François Hollande erinnerte vor 7000 Gästen, unter ihnen auch viele Veteranen, an den Beitrag der sowjetischen Soldaten zum Sieg über Hitler-Deutschland und auch an die deutschen Opfer des Nationalsozialismus: „Ich möchte den Mut der Deutschen würdigen, die auch Opfer des Nazismus waren und in einen Krieg hineingezogen wurden, der nicht der ihre war und der nicht der ihre hätte sein sollen.“ Das Treffen der Staats- und Regierungschefs in der Normandie möge helfen, den Frieden zu bewahren und Lösungen zu finden, „damit ein Konflikt nicht zu einem Krieg wird.“ Die Ukraine erwähnte Hollande nicht ausdrücklich.

Am Rande der Gedenkfeiern trafen erstmals auch Russlands Präsident Putin und der neue ukrainische Staatschef Petro Poroschenko zusammen. „Im Zuge eines kurzen Gesprächs haben sich Putin und Poroschenko für ein Ende des Blutvergießens im Südosten der Ukraine und auch für ein Ende der Kampfhandlungen auf beiden Seiten ausgesprochen“, sagte ein Sprecher Putins. Jegliche militärischen Aktivitäten seitens „der bewaffneten ukrainischen Kräfte und Anhänger einer Föderalisierung der Ukraine“ sollten eingestellt werden. Den Angaben zufolge waren auch Hollande und Merkel bei dem 15-minütigen Treffen dabei. Kommentar Seite 2·Bericht Seite 4

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