Kommentar über Spitzenpersonalien in der EU Doppelschlag

Ursula von der Leyen soll Präsidentin der Europäischen Kommission werden, Christine Lagarde Chefin der Europäischen Zentralbank. Warum diese Besetzung gut wäre, schreibt Moritz Döbler in seinem Kommentar.
03.07.2019, 20:31
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Doppelschlag
Von Moritz Döbler

Wie die Entscheidung zustande kam, lässt sich kritisieren. Ob Ursula von der Leyen durch ihre problematische Bilanz als Verteidigungsministerin nicht zu ramponiert ist, um erfolgreich als Präsidentin der Europäischen Kommission zu wirken, muss sich zeigen, wenn es so kommt. Und die Französin Christine Lagarde, als EZB-Präsidentin nominiert, ist durch die Tapie-Affäre um veruntreute Staatsgelder nicht ohne Fehl und Tadel.

Nur sind beide zweifellos für ihre neuen Aufgaben bestens gerüstet und fachlich erste Wahl. Leyen, geboren und aufgewachsen in Brüssel, eine überzeugte Europäerin, hat in der Bundesregierung neben der Verteidigung schon die Ressorts Arbeit und Soziales sowie Familie, Senioren, Frauen und Jugend verantwortet. Lagarde genießt in der globalen Finanzwelt Respekt wie nur wenige. Beide sprechen makellos Englisch, da gibt es kein Gestammel. Und beide sind Frauen, was gut in die Zeit passt.

Angela Merkel will diesen Coup nicht geplant haben. Mag sein. Es heißt, sie denke die Dinge stets vom Ende her. Hier scheint sich vor allem zu zeigen, dass die Dinge am Ende so kommen, wie sie sich denkt, jedenfalls in Europa.

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