Weltweite Hilfe für Taifun-Opfer Drei Millionen Vertriebene

Tacloban. Die immense Zahl der Obdachlosen und Vertriebenen nach Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen stellt die Behörden vor gewaltige Herausforderungen. Hunderttausende Menschen campierten gut eine Woche nach der Naturkatastrophe noch im Freien – ohne Dach über dem Kopf, ohne Wasser, ohne sanitäre Anlagen.
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Von JOHN GRAFILO

Die immense Zahl der Obdachlosen und Vertriebenen nach Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen stellt die Behörden vor gewaltige Herausforderungen. Hunderttausende Menschen campierten gut eine Woche nach der Naturkatastrophe noch im Freien – ohne Dach über dem Kopf, ohne Wasser, ohne sanitäre Anlagen. Die Behörde für Katastrophenschutz schätzte gestern die Zahl der Vertriebenen, deren Häuser zerstört oder schwer beschädigt wurden, auf knapp über drei Millionen. 367000 davon lebten in Notunterkünften, hieß es.

Außerhalb der heftig getroffenen Stadt Tacloban soll schnellstmöglich mit dem Bau einer Siedlung für Zehntausende Überlebende begonnen werden, sagte Eduardo Del Rosario, Chef der Behörde für Katastrophenschutz. Das Areal ist acht Hektar groß – das ist etwa die Größe von zehn Fußballfeldern. Schon heute sollte mit dem Planieren begonnen werden.

Nach wie vor müssen die Menschen teils Stunden an den Ausgabestellen für Essen und Trinkwasser warten. Sieben Krankenhäuser sind wieder einsatzfähig, aber ohne Strom und ausreichende Wasserzufuhr ist an regulären Betrieb nicht zu denken. Bei der großen Zahl von Bedürftigen bleibt die Verteilung der Hilfsgüter eine schwierige Herausforderung. Das Militär versprach gestern, 52 weitere Lastwagen zum Transport von Hilfsgütern in das Katastrophengebiet zu schicken. 12000 Soldaten sind dort bereits im Einsatz. Sie helfen bei der Verteilung der Essensrationen und beim Räumen der Straßen, auf denen tonnenweise Sperrholz, umgekippte Autos, abgeknickte Strommasten und Bäume liegen.

Versorgung aus der Luft

US-Hubschrauber sind ins Innere der Krisenregion unterwegs und versorgen die Sturmopfer mit Hilfsgütern aus der Luft. Auch aus den Nachbarstaaten kommt umfangreiche Hilfe. So bereitet Japan den größten Auslandshilfseinsatz seiner jüngeren Geschichte vor: Mehr als 1000 Soldaten sollen Hilfe leisten. Die Katastrophenschutzbehörde gab gestern Abend die offizielle Zahl der Toten mit 3637 an. 1186 wurden vermisst gemeldet.

Die EU erhöhte inzwischen ihre Hilfsleistung um weitere sieben Millionen auf insgesamt 20 Millionen Euro. Die staatlichen Spenden aus dem Ausland beliefen sich nach Angaben der Regierung auf gut 110 Millionen Euro. Deutschland stocke seine Hilfen um zwei Millionen auf insgesamt 6,5 Millionen Euro auf, teilte das Auswärtige Amt mit. Noch wesentlich mehr stellt Großbritannien bereit: Wie Premierminister David Cameron ankündigte, werde seine Regierung die Zahlungen an UN-Organisationen und das Rote Kreuz auf umgerechnet fast 60 Millionen Euro erhöhen.

Der Taifun „Haiyan“ war am 8. November mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern pro Stunde auf die Ostküste der Philippinen getroffen und hatte eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Er löste bis zu sieben Meter hohe Wellen aus und gilt als schwerster Wirbelsturm seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

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