Kommentar zum Welt-Impfgipfel Druck ist nötig

Europa muss auf den Vormarsch von Masern und Röteln reagieren: Strafen für Impfverweigerer sollten aber nur das letzte Mittel sein, meint unser EU-Korrespondent Detlef Drewes.
12.09.2019, 17:00
Lesedauer: 1 Min
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Druck ist nötig
Von Detlef Drewes

Darf der Staat Eltern zwingen, ihre Kinder impfen zu lassen? Es gibt Beispiele, und sie zeigen tatsächlich Erfolge. Aber beim Brüsseler Impfgipfel überwog noch die Zurückhaltung: Man müsse die Eltern besser informieren – auch schon die „Eltern von morgen“, hieß es. Und den Kampf gegen die Vielzahl der Falschinformationen intensivieren. Denn Impfungen seien sicher, die verwendeten Stoffe erprobt, der Erfolg garantiert.

Es ist kaum zu fassen, warum Eltern nicht nachvollziehen können, dass sie ihren Kindern schwere Erkrankungen durch rechtzeitige Immunisierung ersparen. Dass Masern und Röteln in Europa im Vormarsch sind, ist unbestreitbar. Und ein Virus, der nicht gestoppt wird, infiziert immer mehr. Es entsteht ein Schneeballsystem, bei dem es immer weitere Opfer gibt: die Kinder. Und nicht nur die.

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Folglich werden die Rufe nach staatlichem Druck lauter. Die Gesellschaft muss sich gegen schwere Erkrankungen schützen. Wer eine Impfung ablehnt, riskiert nicht nur die Gesundheit der eigenen Familie, sondern auch des sozialen Umfelds. Dennoch sollten Strafen wirklich nur das letzte Mittel sein.

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