Kommentar über den Tod von Robert Mugabe

Ein Land im Chaos

Tragisch ist, dass sich seit Mugabes Sturz durch die Armee in den vergangenen zwei Jahren nichts geändert hat. Auch sein Nachfolger Emmerson Mnangagwa unterdrückt die Bevölkerung, schreibt Markus Schönherr.
06.09.2019, 16:42
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Von Markus Schönherr
Ein Land im Chaos

Robert Mugabe, ehemaliger Präsident von Simbabwe, ist tot. Unser Foto stammt aus dem Jahr 2017.

Ben Curtis/dpa

Robert Mugabe, kolonialer Bezwinger und Diktator, ist tot. Das Erbe, das Simbabwes Ex-Despot hinterlässt, ist ein Land im Chaos. Seine Misswirtschaft hat dazu geführt, dass Simbabwe Jahrzehnte nach Erlangung der Unabhängigkeit weder über einen funktionierenden Gesundheitssektor, eine eigene Währung, noch eine stabile Wirtschaft verfügt. Menschenrechtsvergehen haben Angst und Wut gesät.

Tragisch ist, dass sich nach Mugabes Sturz durch die Armee in den vergangenen zwei Jahren nichts geändert hat. Im Gegenteil. Grundnahrungsmittel sind unerschwinglich geworden, ein Liter Benzin kostet über acht US-Dollar. Die Proteste, mit denen sich die Simbabwer gegen die Not wehren, lässt Mugabes Nachfolger Emmerson Mnangagwa mit Tränengas, Knüppeln und Wasserkanonen niederschlagen.

Prügelnde Polizisten, Regierungsgegner, die spurlos verschwinden und Gerichte, die nichts dagegen tun – sie sind ebenfalls ein Erbe des Diktators. Das gefährlichste Erbe aber, das Mugabe hinterlässt, zumindest für den demokratischen Prozess, ist die Erkenntnis, dass machthungrigen Präsidenten am einfachsten mit Panzern und Soldaten beizukommen ist.

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