Bremen Ein Lob der Raute

Keine 30 Stunden war US-Präsident Barack Obama in Hannover, lässig, manchmal kaugummikauend, humorvoll, wie man die Amerikaner im Allgemeinen und ihn im Besonderen kennt. Was außer Außenpolitik und Messe-Eröffnung noch so passierte:Führen mit der Merkel-RauteÜberschwänglich hat Barack Obama die Kanzlerin gelobt, in der Pressekonferenz am Sonntagnachmittag, bei der Messeeröffnung am Sonntagabend – aber das Geheimnis, warum er sie so bewundert, hat er erst in seiner Rede am Montag offenbart: Es ist die Raute. „Ihre Führung mit ruhiger Hand – wir können von ihr lernen, wie man führt, wie sie mit den Händen führt.
26.04.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Keine 30 Stunden war US-Präsident Barack Obama in Hannover, lässig, manchmal kaugummikauend, humorvoll, wie man die Amerikaner im Allgemeinen und ihn im Besonderen kennt. Was außer Außenpolitik und Messe-Eröffnung noch so passierte:

Führen mit der Merkel-Raute

Überschwänglich hat Barack Obama die Kanzlerin gelobt, in der Pressekonferenz am Sonntagnachmittag, bei der Messeeröffnung am Sonntagabend – aber das Geheimnis, warum er sie so bewundert, hat er erst in seiner Rede am Montag offenbart: Es ist die Raute. „Ihre Führung mit ruhiger Hand – wir können von ihr lernen, wie man führt, wie sie mit den Händen führt. Ich weiß nicht genau, wie sie das hier nennen, wenn sie die Hände so zusammenlegt. Die Merkel-Raute, glaube ich.“

„Buy made in America“

Er hat gewartet und nicht gleich gekontert. Bei der Messe-Eröffnung am Sonntagabend verpasste Merkel den Amerikanern einen kleinen ironischen Seitenhieb, als sie sich für bessere Handelsmöglichkeiten deutscher Unternehmen in den USA aussprach: „Buy German ist auch schön.“ Damit spielte sie auf bestehende US-Handelshürden für Importe an: Denn bei vielen Ausschreibungen sind US-Produkte zu bevorzugen. Die Retourkutsche hob sich Obama für den Montag auf: „Buy made in America“, sagte er schmunzelnd zu Beginn seines Messerundgangs mit der Kanzlerin.

Bachforelle und Heidelamm

Am Sonntagabend wurde festlich getafelt. Rund 40 ranghohe Vertreter aus Politik und Wirtschaft saßen mit Merkel und Obama im Schloss Herrenhausen zusammen. Jeweils 15 Unternehmenschefs aus beiden Ländern, dazu zehn Politiker aus Deutschland hatte Merkel geladen. Nach kurzen Statements der beiden Regierungschefs zu Flüchtlingspolitik und TTIP genossen die Gäste Bachforelle, Heidelamm, Schnitzel mit Spargel – und amüsierten sich auch. „Die Kanzlerin ist einfach unglaublich. Die Stimmung am Tisch war bestens“, sagte der Chef des Chemie-Konzerns Dow, Andrew N. Liveris, nach dem Dinner.

Nicht nur Technik begeistert

Bei all der Technik hatte Obama beim Eröffnungsrundgang auf dem Messegelände auch ein Auge für modische Aspekte. „Sind dies die offiziellen Schuhe des Unternehmens?“, lautete seine erste Frage, als er das Einheitsschuhwerk bei den Mitarbeitern eines Ausstellers betrachtete. Auch Merkel fand die gelb-weißen Sneaker auffällig – „ist ja eher steil“.

Enttäuschung – Obama ohne Michelle

Viele hätten sich gefreut, wenn First Lady Michelle Obama ebenfalls in Hannover gelandet wäre – aber der US-Präsident kam alleine. Die First Lady war am Freitag noch mit in London gewesen, gemeinsam hatte das Paar mit Queen Elizabeth II. zu Mittag gegessen. Am Abend gab es noch ein Dinner mit Prinz William und Ehefrau Kate. Am Sonnabend war Michelle Obama bereits wieder in den USA. Sie hielt an der Jackson State University in Mississippi eine viel beachtete Rede.

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