Kommentar über Strafzölle Ein Spiel mit dem Feuer

Diesmal könnte sich US-Präsident Trump verspekuliert haben, denn die Zölle treffen Peking weniger, als seine Wählerklientel, die von billigen Produkten aus China abhängig ist, meint Thomas Spang.
02.08.2019, 19:19
Lesedauer: 1 Min
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Ein Spiel mit dem Feuer
Von Thomas Spang

Der US-Präsident spielt im Handelsstreit mit China einmal mehr mit dem Feuer. Aus heiterem Himmel drohte er der Volksrepublik mit neuen Strafzöllen, die Konsumgüter im Wert von 300 Milliarden US-Dollar mit einer Einfuhrsteuer von zehn Prozent belegen.

Diesmal könnte er sich aber kräftig verspekuliert haben, denn die Zölle treffen die Führung in Peking weniger, als seine Wählerklientel, die von billigen Produkten aus China abhängig ist.
Ausgerechnet zur Weihnachtssaison, wenn der amerikanische Einzelhandel bis zu 80 Prozent seines Jahresumsatzes macht, drohen die Preise zu klettern. Ob Smartphones oder Spielzeug, Schuhe oder Textilien – die Konsequenzen seiner Handelspolitik werden sich nicht mehr verstecken lassen.

Tritt der schlechteste Fall ein, könnte die Konjunktur im Wahljahr Schaden nehmen. Daran hat Trump kein Interesse. Weshalb durchaus denkbar ist, dass der Präsident nur mit den Strafzöllen droht, am Ende aber kneift. Chinas Präsident Xi findet sich hier einfach in einer besseren Position wieder. Im Unterschied zu seinem Kollegen in Washington braucht er auf die Befindlichkeiten der Bevölkerung nicht zu sehr Rücksicht zu nehmen. Für Trump dagegen steht die Wiederwahl auf dem Spiel.

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