Ruth Gerbracht über Tabak-Schockbilder

Eine Chance

Ob tatsächlich der Kettenraucher sich vom Anblick faulender Raucherbeine oder krebsbefallener Lungen beeinflussen lässt und den Glimmstängel endgültig ausdrückt, ist schwer vorherzusagen. Schließlich funktioniert die Verdrängungstaktik bei Menschen im allgemeinen ziemlich gut.
19.03.2016, 00:00
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Eine Chance

Gerbracht Ruth

Volker Crone

Ob tatsächlich der Kettenraucher sich vom Anblick faulender Raucherbeine oder krebsbefallener Lungen beeinflussen lässt und den Glimmstängel endgültig ausdrückt, ist schwer vorherzusagen. Schließlich funktioniert die Verdrängungstaktik bei Menschen im allgemeinen ziemlich gut. Zumal eine Hülle auch helfen könnte, die ekelerregenden Bilder auf den Zigarettenpackungen schnell aus dem Auge zu verlieren. Dennoch ist die Maßnahme richtig. Es gilt alles zu tun, die Raucherquote zu senken. Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 120 000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.

Wenn es vielleicht nicht möglich ist, die Unbelehrbaren zu erreichen, so mögen Warnhinweise und Ekelfotos auf Zigarettenpackungen womöglich Jugendliche animieren, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen. Vielleicht hilft es auch denjenigen, die gerne aufhören wollen, als zusätzliche Motivation. Völlig unverständlich ist dagegen, dass Deutschland neben Bulgarien das einzige EU-Land ist, das Tabakwerbung noch zulässt. Diesen Widerspruch gilt es möglichst schnell aufzulösen, ansonsten wirken richtige Maßnahmen unglaubwürdig.

Bericht Seite 4 ruth.gerbracht@weser-kurier. de

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