Bremen Eine wechselhafte Beziehung

Berlin. Selten zuvor haben sich CDU und CSU so sehr gestritten wie in den jüngsten anderthalb Jahren.
07.02.2017, 00:00
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Eine wechselhafte Beziehung
Von Daniela Vates

Berlin. Selten zuvor haben sich CDU und CSU so sehr gestritten wie in den jüngsten anderthalb Jahren. Eine Chronik:

Juli 2015: Harmonie. Die Griechenland-Krise beschäftigt die deutsche Politik. In Syrien tobt der Krieg, auf dem Mittelmeer ertrinken Flüchtlinge. Die Politik hat das Thema noch nicht erreicht. CSU-Chef Horst Seehofer ruft Angela Merkel im „Spiegel“ als Kanzlerkandidatin aus – weit bevor diese selbst ihre Entscheidung verkündet.

September 2015: Der Bruch. Merkel erklärt sich bereit, in Ungarn gestrandete Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Seehofer fühlt sich übergangen und greift an: „Merkel will ein anderes Land.“

November 2015: Demütigung. Auf dem Parteitag der CSU lässt Seehofer Merkel neben sich auf der Bühne stehen wie ein abzukanzelndes Schulmädchen. Merkel verlässt die Veranstaltung empört.

Januar 2016: Beschweren und Klagen. Per Brief beschwert sich Seehofer bei Merkel über deren Flüchtlingspolitik und kündigt eine Verfassungsklage an. Im Mai zieht Seehofer die Klageandrohung zurück, weil die Flüchtlingszahlen zurückgegangen seien.

November 2016: Kandidatur ohne Unterstützung. Angela Merkel verkündet, dass sie als Kanzlerkandidatin erneut antreten will. Aus der CSU meldet sich Finanzminister Markus Söder mit dem Hinweis, er vernehme das „ohne Euphorie“.

November/Dezember 2016: Wegducken. Merkel kommt nicht zum CSU-Parteitag, Seehofer nicht zum CDU-Parteitag – damit es dort nicht erneut zum Affront kommt.

Dezember 2016: Zögern. Seehofer stellt den für Februar vereinbarten Versöhnungsgipfel infrage. Der mache nur Sinn, wenn man sich bis dahin einig sei in der Sicherheits- und Flüchtlingspolitik.

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