Kommentar über Bitcoins Elon Musk kauft „Spielgeld“

Tesla-Boss Elon Musk ist ein Tausendsassa. Mit einem Milliarden-Betrag ist seine Firma in die virtuelle Währung Bitcoin eingestiegen. Das ist nicht ganz ungefährlich, meint Norbert Holst.
14.02.2021, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Elon Musk kauft „Spielgeld“
Von Norbert Holst

Er ist waghalsig, umtriebig und auch ein bisschen verrückt: Selfmademan Elon Musk, den seine Bewunderer als „Leonardo da Vinci des 21. Jahrhunderts“ feiern, verkaufte bereits als zwölfjähriger Steppke für 500 Dollar ein selbst entwickeltes Videospiel. Zu Beginn der Woche ist dem Tesla-Boss mal wieder ein PR-Coup gelungen – Werbung für die Krypto-Währung Bitcoin und nicht zuletzt in eigener Sache.

Musk hat über Tesla Bitcoins im Wert von 1,5 Milliarden Dollar gekauft. Doch für die virtuelle Währung kommt es noch besser: Der E-Autobauer hat ebenfalls angekündigt, schon in naher Zukunft den Bitcoin beim Autokauf zu akzeptieren. Tesla wäre damit das erste bedeutende und global agierende Unternehmen, das diesen Schritt wagt. Nach diesen Nachrichten schoss der Kurs auf der Handelsplattform Bitstamp auf ein Rekordhoch von 48.000 Dollar und legte binnen weniger Tage um 26 Prozent zu. Die Milliarden-Investition hat sich damit bereits ausgezahlt. Musk beweist einmal mehr sein goldenes Händchen, wie schon bei Paypal, Tesla und beim Raumfahrtunternehmen Space X.

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Bitcoin-Fans feiern den Coup als Vertrauensbeweis des reichsten Mannes der Welt. Wie der Wirtschaftsdienst Bloomberg jüngst vorrechnete, ist der 49-Jährige rund 188,5 Milliarden Dollar schwer. Die 1,5 Milliarden sind für ihn also Peanuts, im Fall eines Flops könnte er den Verlust locker mit einem Griff in die Portokasse ausgleichen – das ist ein kein Zeichen echten Vertrauens.

Doch ganz ausgeschlossen ist es nicht, dass sich selbst ein Elon Musk diesmal verzockt hat. Kritiker tun die Währung gerne als „Spielgeld“ ab, stellen sie auf eine Stufe mit Monopoly-Scheinen. Zwar hängt der Bitcoin-Kurs von der Nachfrage ab, doch stehen ihm keine realen Werte gegenüber. Und so wie die EZB immer wieder Milliarden-Summen in den realen Markt pumpt, sorgt beim Bitcoin das virtuelle Schürfen mit Rechnerleistungen für steten Nachschub. Manche sehen darin eine Art Schneeballsystem. Und am Ende heißt es: Den Letzten beißen die Hunde. Aber bis es dazu kommt, dürfte Musk noch reicher geworden sein.

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