Entscheidung in zwölf US-Staaten

Auf die Präsidentschaftsbewerber von Republikanern und Demokraten wartet am Dienstag in zwölf US-Bundesstaaten der große Preis der Vorwahlen. Die Konservativen vergeben 595 Delegierte zum Wahlparteitag in Cleveland.
29.02.2016, 00:00
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Entscheidung in zwölf US-Staaten
Von Thomas Spang

Auf die Präsidentschaftsbewerber von Republikanern und Demokraten wartet am Dienstag in zwölf US-Bundesstaaten der große Preis der Vorwahlen. Die Konservativen vergeben 595 Delegierte zum Wahlparteitag in Cleveland. Das entspricht etwa einem Viertel aller Delegierten und knapp der Hälfte der 1236 Stimmen, die ein Kandidat für seine Nominierung benötigt.

Bei den Demokraten ist das Verhältnis ähnlich. Dafür fällt die absolute Zahl an Delegierten höher aus. Am sogenannten Super-Dienstag warten auf die Kandidaten ein knappes Viertel der 4763 Delegierten zum Parteitag in Philadelphia. Aufs Schild gehoben wird dort, wer mindestens 2382 Stimmen auf sich vereinigen kann.

In diesem Jahr haben sich eine Reihe an Südstaaten im Wahlkalender nach vorne gedrängt. Die wichtigsten Vorwahlen finden am Dienstag in Texas, Georgia, Massachusetts und Virginia statt, die wegen ihrer hohen Bevölkerungszahl viele der begehrten Delegierten vergeben.

Bei den Konservativen führt der Nationalist Donald Trump mit einer Ausnahme die Umfragen zum Teil mit deutlichem Abstand an. Allein in Texas liegt der von dort stammende ultrakonservative Senator Ted Cruz knapp vorn.

Im Lager der Demokraten entwickelte sich nach den letzten Vorwahlen eine vergleichbare Dynamik zugunsten Hillary Clintons. Während sie Dank ihrer Dominanz bei der schwarzen Wählerschaft die Südstaaten so sicher verbuchen kann, wie sie am Sonnabend in South Carolina gewann, muss sie Bernie Sanders Heimatstaat Vermont abschreiben. Heiß umkämpft bleiben Colorado, Minnesota und Oklahoma. Außenseiterchancen hat Sanders in Massachusetts. Da die Delegierten-Stimmen oberhalb einer je nach Bundesstaat unterschiedlichen Mindest-Prozentzahl proportional vergeben werden, haben alle Kandidaten die Chance, Delegierte zu gewinnen.

Falls Trump oder Clinton am Super-Dienstag abräumten, bekämen sie den Rückenwind, sich innerhalb der nächsten beiden Wochen die Nominierung de facto zu sichern. Zumal auf die republikanischen Konkurrenten Trumps Bewährungsproben in ihren Heimatstaaten warten, die sie bestehen müssen, um ihre Chancen zu wahren.

Der ultrakonservative Cruz steht als erster am Super-Dienstag in Texas unter Druck zu gewinnen. Marco Rubio, der eine starke Fernsehdebatte und die Rückendeckung weiter Teile des republikanischen Establishments genießt, muss am 15. März in Florida siegen. Zurzeit liegt er dort noch zweistellig hinter Trump. Auf Gouverneur John Kasich wartet der Test am selben Tag in Ohio.

Der Super-Dienstag läutet die beiden entscheidenden Wochen im Rennen um die Präsidentschaft-Nominierung ein. In den zwei Wochen nach dem Super-Dienstag sind bei beiden Parteien mehr Delegiertenstimmen zu gewinnen als in der Zeit davor zusammengenommen. Vor allem bei den Republikaner könnte es mit der Vergabe von 650 Delegierten dann ganz schnell gehen. Nach Kansas, Kentucky, Louisiana und Maine (alle am 5. März) wählen Mississippi, Idaho und Hawaii (8. März). Danach dürfen die Bundesstaaten dem Sieger alle Delegierten zusprechen. Damit kommt den Wahlen am 15. März in Florida, Illinois, Missouri, North Carolina und Ohio besondere Bedeutung zu. Analysten erwarten spätestens zu diesem Zeitpunkt Klarheit, ob die Herausforderer Trumps und Clintons noch eine Chance haben, die Favoriten zu stoppen.

Überraschend deutlich fiel der Sieg Clintons in South Carolina aus. „Jetzt machen wir es landesweit“, rief Clinton in ihrer Siegesrede in Columbia aus. Nach Auszählung fast aller Stimmen kam sie auf rund 74 Prozent, ihr Konkurrent Bernie Sanders nur auf 26 Prozent. Es war nach Iowa und Nevada Clintons dritter Vorwahlsieg, während Sanders bisher nur in New Hampshire gewonnen hatte. Er ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass er unbeirrt im Rennen bleiben wird.

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