Kommentar über Facebook Es geht um mehr als Datenschutz

Der Staat setzt ein Zeichen, dass für Facebook die gleichen Regeln gelten, wie für klassische Industrieunternehmen. Die Wettbewerbshüter wagen sich vor ins Neuland. Endlich, meint Jonas Mielke.
07.02.2019, 22:24
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Es geht um mehr als Datenschutz
Von Jonas Mielke

Mark Zuckerbergs Mantra lautete einst: „Move fast and break things.“ Schnell bewegen, Dinge zerbrechen. Nun schickt sich ausgerechnet eine Behörde aus der alten Bundeshauptstadt Bonn an, den Silicon-Valley-Giganten Facebook zu bremsen. Ein hoffnungsvolles Signal, dass die Zeit des ungezügelten Anhäufens von Datenbergen bald vorbei ist – und die Politik wieder das Heft des Handelns in die Hand nimmt.

Wer Whatsapp und Instagram nutzt, soll künftig selbst entscheiden können, ob Facebook die Daten zusammenführen darf. So wollen es die deutschen Wettbewerbshüter. Sie wollen die Daten entflechten, deren Bündelung Facebook zu einem übermächtigen Marktteilnehmer gemacht hat.

2017 veränderte der Bundestag das Wettbewerbsrecht. Nun bekommt Facebook zu spüren, wie sich die Änderungen auswirken könnten. Es geht um mehr als Datenschutz, es geht um fairen Wettbewerb. Ein Zeichen des Staates, dass für Facebook die gleichen Regeln gelten, wie für klassische Industrieunternehmen. Das dürfte auch Behörden in anderen europäischen Ländern inspirieren. Die Wettbewerbshüter wagen sich vor ins Neuland. Endlich.

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