Kommentar zu André Poggenburg

Es ist wahrscheinlich, dass der „Aufbruch“ versandet

Und wieder eine neue Partei: Der einstige AfD-Landeschef André Poggenburg kündigt den „Aufbruch deutscher Patrioten“ an. Soll er ruhig machen, kommentiert Redakteurin Carolin Henkenberens.
11.01.2019, 15:41
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Es ist wahrscheinlich, dass der „Aufbruch“ versandet
Von Carolin Henkenberens
Es ist wahrscheinlich, dass der „Aufbruch“ versandet

Einst AfD-Funktionär, jetzt ausgetreten: André Poggenburg

arifoto UG/dpa

Wer in der AfD mal was war, der geht nicht einfach so. Nein, ein Parteiaustritt endet dort mit großen Ankündigungen. Dieses Mal soll es ein „Aufbruch deutscher Patrioten“ ( AdP ) werden. Die Hauptfigur: der einstige Landes- und Fraktionschef aus Sachsen-Anhalt, André Poggenburg. Er war einer der radikalsten Köpfe der AfD, twitterte an Silvester von einer „Volksgemeinschaft“. Jetzt will er sein eigenes Ding machen und scheint zum Scheitern verurteilt. Schon Bernd Luckes „Alfa“-Partei, die mittlerweile LKR (Liberal-Konservative Reformer) heißt, und Frauke Petrys „Blaue Wende“ versanken in der Bedeutungslosigkeit.

Es ist wahrscheinlich, dass Poggenburgs „Aufbruch“ ähnlich versandet. Der Aufbau einer Partei, das zeigt die AfD gut, bedarf eines inhaltlichen Alleinstellungsmerkmals, Geld, prominenter Unterstützer und vor allem viel organisatorischer Arbeit. Abgesehen von dem Logo ist bisher aber noch wenig bekannt über die Inhalte von Poggenburgs „AdP“. Die blaue Kornblume ist als Symbol sehr umstritten. Sie war in Österreich in den 1930er-Jahren ein Erkennungszeichen der verbotenen NSDAP.

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Die AfD zeigt sich – alles andere wäre auch strategisch unklug – freudig. „Er nervte eher, solange er da war“, lässt sich Alexander Gauland von der „Bild“ zitieren. Ganz so gelassen, wie sich der Parteichef gibt, geht es hinter den Kulissen aber sicher nicht zu. Die AfD profitiert besonders im Osten von Krakeelern wie Poggenburg, bei denen nie ein Geheimnis war, dass sie weit rechts stehen. Seine „AdP“ könnte der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg Stimmen wegnehmen. Ein Bündnis mit Pegida, NPD oder „Pro Chemnitz“ ist denkbar. Soll er ruhig machen. Sollte er den „Aufbruch“ hinbekommen, wäre die AfD im Osten geschwächt. Und einer offen radikalen Partei ist einfacher zu begegnen als dem Wolf im Schafspelz.

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