Kommentar über Theresa May

Es ist Zeit, zu gehen

Theresa Mays Rückzug ist angesichts ihres kompletten Autoritätsverlusts unausweichlich, schreibt unsere London-Korrespondentin Katrin Pribyl.
23.05.2019, 18:52
Lesedauer: 1 Min
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Es ist Zeit, zu gehen
Von Katrin Pribyl
Es ist Zeit, zu gehen

Theresa May, Premierministerin von Großbritannien, und ihr Mann Philip verlassen nach der Wahl ein Wahllokal.

Victoria Jones/dpa

Theresa May mag eine Meisterin des Spiels auf Zeit sein, doch nun hat auch für sie das Endgame begonnen, wie die Briten es nennen. Die Frage ist, ob die Premierministerin das auch erkennt. Noch klammert sie sich an die Macht wie eine Ertrinkende auf offener See an ein Stück Treibgut, während die Rettungsboote sich immer weiter entfernen. Das hat etwas von Verzweiflung, ist Mays Rückzug angesichts ihres kompletten Autoritätsverlusts doch unausweichlich.

Ihr fast schon stures Verhalten dient niemandem im Land, wo ohnehin bereits genügend Chaos herrscht – hauptsächlich verursacht von den Konservativen, die nun vor den Augen der Nation einen Zusammenbruch erleiden. Und das ausgerechnet am Tag der Europawahl. Das ist selbst für das an außergewöhnliche Zeiten gewohnte Königreich außergewöhnlich. Und es lässt allen Anstand missen, sollte es an einem Wahltag doch eigentlich um politische Inhalte oder zumindest den Versuch gehen, Unentschlossene mit vernünftigen Ideen noch für sich zu gewinnen.

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Aber die krachende Niederlage haben die Tories bereits einkalkuliert. Vielleicht hängen manche auch noch immer der Fantasie nach, dass die neu gewählten Europaabgeordneten nie ihr Mandat annehmen müssen, weil bis Anfang Juli der Brexit vollzogen sein könnte. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass das Königreich etliche EU-hassende Populisten von der Brexit-Partei auf den Kontinent schicken wird, die vor allem Unruhe stiften wollen.

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