Kommentar über Theresa May

Es tobt das Chaos

Premierministerin Theresa May sollte abtreten und die Verantwortung den Brexit-Hardlinern übergeben, die seit Jahren unhaltbare Versprechungen machen. Es würde sie schnell entlarven, schreibt Katrin Pribyl.
15.11.2018, 20:45
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Es tobt das Chaos
Von Katrin Pribyl
Es tobt das Chaos

Korrespondentin Katrin Pribyl über die Brexit Verhandlungen.

Matt Dunham/PA Wire/dpa

Einmal mehr versinkt das politische Westminster im Chaos, nachdem Brexit-Minister Dominic Raab sowie weitere Amtsträger aus Protest über den Entwurf des Austrittsabkommens zurückgetreten sind. Ausgerechnet die Europaskeptiker stehlen sich aus der Verantwortung, stellen ihre eigene Karriere über das Wohl der Bevölkerung.

Der Zustand der politischen Klasse im Königreich ist desaströs. Wo bleibt der so oft gerühmte britische Pragmatismus? Heute klingt es wie blanker Hohn, dass Ex-Premier David Cameron die Volksabstimmung 2016 ausrief, um den Streit um die EU ein für alle Mal beizulegen und die konservative Partei zu einen. Dies als Fehleinschätzung zu bezeichnen, ist die Untertreibung des Jahrhunderts. Die konservative Partei droht nun endgültig an der Europafrage zu zerbrechen.

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Aber nicht nur das. Auch die Opposition, auch Labour versagt. Ohnehin präsentiert sich das gesamte Parlament so zerfasert, dass sich niemand vorstellen kann, wie irgendwann wieder eine auf Konsens ausgerichtete Politik umgesetzt werden soll. Abgesehen davon, dass der Brexit die Nation auf viele Jahre hin tief gespalten hat. Premierministerin Theresa May kämpft in dem Chaos um ihr politisches Überleben. Sie sollte abtreten und die Verantwortung jenen übergeben, die seit Jahren aus der Ferne eine glorreiche Zukunft außerhalb der EU versprechen. Es würde die Brexit-Hardliner endlich auch für die breite Öffentlichkeit entlarven.

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