Kampf gegen den Krebs EU will Raucherquote drastisch senken

2020 wurde nach offiziellen Angaben bei 2,7 Millionen Menschen in der EU Krebs entdeckt. Deshalb sollen aus dem EU-Haushalt vier Milliarden Euro in Maßnahmen zur Vorbeugung gegen die Volkskrankheit fließen.
04.02.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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EU will Raucherquote drastisch senken
Von Detlef Drewes

Für Millionen EU-Bürger ist die Pandemie eine zusätzliche Belastung. Denn zu den Risiken durch das Coronavirus kommen Ängste, weil Krebs-Behandlungen verschoben werden mussten. Vor diesem Hintergrund hat die Brüsseler EU-Kommission am Mittwoch ihre langfristige Strategie „Kampf gegen den Krebs“ vorgestellt.

Welche Ziele will die EU-Kommission erreichen?

Im Jahr 2020 wurde bei 2,3 Millionen Menschen in der Gemeinschaft eine Krebserkrankung diagnostiziert. Dagegen setzte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides, die selbst von der Krankheit betroffen war, am Mittwoch ihr Bekenntnis: „Wir wollen, dass Krebs als Krankheit behandelt wird, die überwunden werden kann.“ Dazu sollen in den Bereichen Prävention, Früherkennung, Diagnose und Behandlung sowie Verbesserung der Lebensqualität alle Anstrengungen unternommen werden.

Früherkennung für Risikopatienten

Was heißt das konkret?

Bis 2025 müssen die Mitgliedstaaten ihre Vorsorgekapazitäten ausbauen. 90 Prozent derjenigen, die ein Risiko haben, an Brust-, Gebärmutterhals- oder Darmkrebs zu erkranken, sollen dann zur Früherkennung gehen können. Außerdem will man erreichen, dass bis 2030 rund 90 Prozent der betroffenen Patienten Zugang zu onkologischen Spitzenzentren in ihrem Heimatland haben.

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Wie will man vorgehen?

Zunächst sollen alle Risikofaktoren angegangen werden. Bis 2040 will die EU den Anteil derer, die rauchen oder Alkohol konsumieren oder die durch Luftverschmutzung an Krebs erkranken könnten, auf unter fünf Prozent senken. Dazu sollen die Steuern auf Tabakprodukte und Alkohol erhöht werden. „Wir wollen eine tabakfreie Generation“, heißt es in den Papieren. Gleichzeitig will Brüssel die Forschung intensivieren. Die Wissenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, mittelfristig individuelle Arzneimittel anbieten zu können, die auf jeden Risikopatienten zugeschnitten sind.

Neuer Fördertopf

Was kostet das, und woher kommt das Geld?

Die EU hat sich ein neues Programm „EU4Health“ gegeben. Aus diesem Topf sowie der Forschungsförderung sollen rund vier Milliarden Euro bereitgestellt werden. Zusätzlich macht die Kommission die Kommunen, Regionen und die Landesebenen darauf aufmerksam, dass auch die Mittel zur Regionalförderung sowie die Gelder aus dem Wiederaufbau genutzt werden können, um die Versorgung der Bürger mit Vorsorge- und Behandlungszentren sicherzustellen.

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Wie geht es jetzt weiter?

Aus der Krebs-Strategie muss nun ein Gesetzespaket werden, um 2022 wirklich starten zu können. Da weder im Europäischen Parlament noch bei den Mitgliedstaaten mit Widerstand zu rechnen ist, könnte es für Brüsseler Verhältnisse tatsächlich schnell gehen.

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