Euro-Endspiel für Griechenland?

Frankfurt/Main·Bremen. Die Vermögensverwalter der Deutschen Bank haben offenbar den Glauben an die europäische Währungsunion verloren. "Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist ein sehr wahrscheinliches Szenario", sagte Georg Schuh, einer der Chef-Anlagestrategen der Bank, gestern auf einer Konferenz in Frankfurt. Im Moment gebe es keine überzeugende Lösung für die Probleme im gemeinsamen Währungsraum, sagte Schuh – auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) "noch ein paar Schüsse" an Notmaßnahmen freihabe. "Der Kapitalmarkt hat ein Auseinanderbrechen bereits eingepreist. Die Investoren sind da viel weiter als die Politik", sagte Schuh. "Ich glaube, wir sind jetzt in der Endspiel-Phase." Der Chefinvestor rechnet trotz des Wahlsiegs der Reformbefürworter in Griechenland mit einem baldigen Austritt des Landes aus der Euro-Zone. Noch im laufenden Jahr könne das hochverschuldete Land die Währungsunion verlassen. "Je eher, desto besser", sagte Schuh.
20.06.2012, 05:00
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Von Wk

Frankfurt/Main·Bremen. Die Vermögensverwalter der Deutschen Bank haben offenbar den Glauben an die europäische Währungsunion verloren. "Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist ein sehr wahrscheinliches Szenario", sagte Georg Schuh, einer der Chef-Anlagestrategen der Bank, gestern auf einer Konferenz in Frankfurt. Im Moment gebe es keine überzeugende Lösung für die Probleme im gemeinsamen Währungsraum, sagte Schuh – auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) "noch ein paar Schüsse" an Notmaßnahmen freihabe. "Der Kapitalmarkt hat ein Auseinanderbrechen bereits eingepreist. Die Investoren sind da viel weiter als die Politik", sagte Schuh. "Ich glaube, wir sind jetzt in der Endspiel-Phase." Der Chefinvestor rechnet trotz des Wahlsiegs der Reformbefürworter in Griechenland mit einem baldigen Austritt des Landes aus der Euro-Zone. Noch im laufenden Jahr könne das hochverschuldete Land die Währungsunion verlassen. "Je eher, desto besser", sagte Schuh.

Unterdessen nimmt der Druck auf Spanien von Tag zu Tag zu: Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren konnte das große Euro-Sorgenkind zwar gestern wie geplant drei Milliarden Euro einsammeln, doch das Zinsniveau hat eine bedrohliche Höhe erreicht. Ein Weg aus der Schuldenspirale könnte das von den sogenannten Wirtschaftsweisen entwickelte Modell eines Schuldentilgungspakts sein, das in der EU und beim Internationalen Währungsfonds auf breite Unterstützung trifft. Union und Bundesbank bleiben allerdings bei ihrer ablehnenden Haltung.Berichte Seiten 4 und 25

Euro-Endspiel für Griechenland?

Frankfurt/Main·Bremen. Die Vermögensverwalter der Deutschen Bank haben offenbar den Glauben an die europäische Währungsunion verloren. "Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist ein sehr wahrscheinliches Szenario", sagte Georg Schuh, einer der Chef-Anlagestrategen der Bank, gestern auf einer Konferenz in Frankfurt. Im Moment gebe es keine überzeugende Lösung für die Probleme im gemeinsamen Währungsraum, sagte Schuh – auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) "noch ein paar Schüsse" an Notmaßnahmen freihabe. "Der Kapitalmarkt hat ein Auseinanderbrechen bereits eingepreist. Die Investoren sind da viel weiter als die Politik", sagte Schuh. "Ich glaube, wir sind jetzt in der Endspiel-Phase." Der Chefinvestor rechnet trotz des Wahlsiegs der Reformbefürworter in Griechenland mit einem baldigen Austritt des Landes aus der Euro-Zone. Noch im laufenden Jahr könne das hochverschuldete Land die Währungsunion verlassen. "Je eher, desto besser", sagte Schuh.

Unterdessen nimmt der Druck auf Spanien von Tag zu Tag zu: Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren konnte das große Euro-Sorgenkind zwar gestern wie geplant drei Milliarden Euro einsammeln, doch das Zinsniveau hat eine bedrohliche Höhe erreicht. Ein Weg aus der Schuldenspirale könnte das von den sogenannten Wirtschaftsweisen entwickelte Modell eines Schuldentilgungspakts sein, das in der EU und beim Internationalen Währungsfonds auf breite Unterstützung trifft. Union und Bundesbank bleiben allerdings bei ihrer ablehnenden Haltung.Berichte Seiten 4 und 25

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