Wie im Berliner Bezirk Neukölln Integration erleichtert wird Exportschlager Stadtteilmütter

Berlin. Sie sind leicht an ihren bunten Umhängetaschen im Kiez zu erkennen: Stadtteilmütter sind Frauen nichtdeutscher Herkunft, die vor allem Migranten helfen sollen, die für Behörden nur schwer zu erreichen sind oder keinen Zugang zum Bildungssystem haben. Diese auch Integrationslotsinnen genannten Frauen – zumeist türkisch-, arabisch- oder russischsprachig – begleiten und beraten Familien, sensibilisieren Eltern für die Kindererziehung und Sprachförderung, werben für einen frühen Kita-Besuch und klären über gesunde Ernährung auf.
29.05.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Berlin. Sie sind leicht an ihren bunten Umhängetaschen im Kiez zu erkennen: Stadtteilmütter sind Frauen nichtdeutscher Herkunft, die vor allem Migranten helfen sollen, die für Behörden nur schwer zu erreichen sind oder keinen Zugang zum Bildungssystem haben. Diese auch Integrationslotsinnen genannten Frauen – zumeist türkisch-, arabisch- oder russischsprachig – begleiten und beraten Familien, sensibilisieren Eltern für die Kindererziehung und Sprachförderung, werben für einen frühen Kita-Besuch und klären über gesunde Ernährung auf.

Das Projekt ist keine Reaktion auf die Flüchtlingswelle des vergangenen Jahres, sondern Stadtteilmütter gibt es bereits seit 2004. Es wurde in Neukölln geboren, einem Bezirk mit rund 315 000 Einwohnern aus 160 Nationen und einem Migrantenanteil von teilweise über 50 Prozent. Der damalige Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) setzte auf die Frauen, um auch an jene Großfamilien heranzukommen, die sich in Parallelgesellschaften organisieren und abschotten, um dort nach ihren eigenen Regeln zu leben.

Seine Nachfolgerin Franziska Giffey lobt heute den anfänglichen Feldversuch als „gelebte Integrationsarbeit“ von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte, die nicht mehr wegzudenken sei. Doch so viel Aufmerksamkeit wie in diesen Wochen haben die derzeit 76 Stadtteilmütter wohl noch nie erfahren. Das vielfach ausgezeichnete Projekt, um Parallelgesellschaften erst gar nicht entstehen zu lassen, ist der Neuköllner Exportschlager schlechthin. Im Rathaus stapeln sich die Anfragen aus dem In- und Ausland. „Wir“, sagt Frau Giffey, „haben oft Besuch aus ganz Europa von Politikern, die sich anschauen, wie wir mit den vielen Zuwanderern umgehen, weil sie wissen: Das kommt auf uns auch zu.“

Denn Integrationslotsinnen sind gefragter denn je, um geflüchteten Frauen beim Ankommen zu helfen, die oft von Männern gehindert werden, die Heime für Veranstaltungen zu verlassen. Groß ist die Sorge von Politikern und Bürgern, dass sich Flüchtlinge zurückziehen, Perspektiven verlieren und für die Gesellschaft nicht mehr erreichbar sind. Die zweisprachigen Stadtteilmütter bekommen eine mehrmonatige Ausbildung und eine befristete Anstellung. In Neukölln hat Frau Giffey das Projekt, das aus dem EU-Bund-Länder-Programm finanziert wird, bis 2019 finanziell abgesichert.

Die Fehler der Vergangenheit bei der Integration dürften nicht wiederholt werden, sagt die SPD-Bürgermeisterin. Damals wurde in der Phase der Einwanderung viel versäumt: den Migranten wurden weder Deutsch noch das hiesige Wertesystem vermittelt und somit auch nicht die Vorteile von Bildung und Abschlusszeugnissen.

Wie sehr die elektronischen Medien den Einwanderern das geistige Verweilen in der Heimat ermöglichen, das hätten die Deutschen viel zu spät bemerkt. Heute haben Smartphones diese Anti-Integrations-Rolle übernommen.

„Die Fehler der Vergangenheit dürfen nicht wiederholt werden.“ Franziska Giffey (SPD), Bezirksbürgermeisterin Neukölln
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