Kommentar über Silvesterbräuche Feuerwerk der Toleranz

Der illuminierte Mitternachtshimmel zum Jahreswechsel hat Tradition. Daher könnten auch Gegner der Silvesterfeuerwerke ein wenig Toleranz üben, findet Markus Peters. Sie finden ja nicht täglich statt.
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Feuerwerk der Toleranz
Von Markus Peters

Hannover hat in diesem Jahr erstmals angekündigt, in Teilen der Innenstadt kein Silvesterfeuerwerk mehr zu erlauben. In Göttingen, Düsseldorf, Tübingen oder auf Amrum und Sylt gilt ein solches Verbot schon seit Jahren. Auch in Bremen darf auf dem Marktplatz an Silvester nicht gezündelt werden. Ein sachlich begründetes Böllerverbot ist nicht der Untergang des Abendlandes, sondern schlicht und einfach ein Gebot der Vernunft. Zu groß ist die Gefahr, dass wertvolles Kultur- oder Naturerbe durch eine fehlgerichtete Rakete oder einen explodierenden Böller zerstört wird.

Trotzdem müssen Silvesterfeuerwerke in den Innenstädten nicht generell eingeschränkt werden, wie es eine Mehrheit der Deutschen laut einer Online-Umfrage angeblich wünscht. Dafür gibt es keinen Grund. Der Feinstaub-Nebel verzieht sich schnell wieder, und die allermeisten Freizeit-Feuerwerker gehen verantwortungsvoll mit Sprengkörpern um.

Lesen Sie auch

Der Brauch, in der Silvesternacht ein Feuer zu entzünden und Höllenlärm zu machen, reicht übrigens zurück bis in die Zeit der alten Germanen. Seit über 100 Jahren greifen die Bürger dabei auch zur Pyrotechnik, die zuvor dem Adel vorbehalten war. Der illuminierte Mitternachtshimmel zum Jahreswechsel hat in Deutschland also Tradition. Viele, die sich an dem Spektakel selbst nicht beteiligen, schauen trotzdem gerne zu. Daher könnten auch Gegner der Böllerei ein wenig Toleranz üben. Schließlich ist das allgemeine Kleinfeuerwerk nur an zwei Tagen im Jahr gestattet: am 31. Dezember und 1. Januar.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+