Kommentar über EU-Hilfen

Schnelle Entscheidung nötig

Gerade Italien und Spanien brauchen Hilfe, aber nicht irgendwann, sondern jetzt. Langfristig wirkende Euro-Bonds sind da nicht das richtige Mittel, meint Detlef Drewes.
08.04.2020, 07:20
Lesedauer: 1 Min
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Schnelle Entscheidung nötig
Von Detlef Drewes
Schnelle Entscheidung nötig

EU-Staaten beraten über Hilfen: Der Präsident der Eurogruppe und portugiesische Finanzminister Mario Centeno.

Zucchi Enzo

Vor nicht einmal vier Wochen schien eine Krise dieses Ausmaßes völlig undenkbar. Es lohnt sich daran zu erinnern, wenn man das Ringen und die Versuche der Euro-Finanzminister richtig einordnen will. Mit bis dahin nicht vorstellbarer Konsequenz und Schnelligkeit hat Europa seine eisernen Reserven zusammengekratzt und daraus den Mitgliedstaaten ein Hilfspaket von weit über einer Billion Euro bereitgestellt. Dies war möglich, weil die Gemeinschaft und viele ihrer Mitglieder die Lehren aus der Finanzkrise gezogen hatten.

Dennoch gab es Fehler. Dazu gehört der Ruf nach Lösungen für den gewaltigen Finanzbedarf der Mitgliedstaaten, die aber in dieser Situation die wichtigste Anforderung nicht erfüllen können. Gerade Italien und Spanien brauchen Hilfe, aber nicht irgendwann, sondern jetzt. Schnell, zügig, möglichst noch vorgestern. Sie müssen stillgelegte Unternehmen wieder in Gang bringen, überlastete Gesundheitssysteme auf höchster Bereitschaft halten und dennoch in milliardenschwere Anschubprogramme investieren. Es ist nicht nachvollziehbar, warum Länder da nach einem Finanzinstrument wie Bonds rufen, die bestenfalls langfristig wirken würden.

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