Kommentar über die Wahlschlappe für Macron Gelbe Karte für Macron

Aus der Umwelt- und Klimapolitik wollte Präsident Macron eine Priorität machen, aber es folgten keine konkreten Taten. Die Erneuerung erhoffen sich nun viele Franzosen von den Grünen, schreibt Birgit Holzer.
30.06.2020, 05:00
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Von Birgit Holzer

Die Wähler ziehen das Original der Kopie vor: Diese Weisheit wird oft angewendet, wenn bürgerliche Parteien damit scheitern, die Rechtspopulisten auf der rechten Spur zu überholen. Sie gilt auch für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und seine Reaktion auf die Grünen. Seit seiner Wahl hat er versucht, Umweltthemen zu besetzen, er organisierte einen internationalen Klimagipfel in Paris und warb den Grünen Personal ab.

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Doch auf das Versprechen, aus der Umwelt- und Klimapolitik eine Priorität zu machen, folgten keine konkreten Taten. Vielmehr verschob Macron das von seinem Vorgänger gesetzte Ziel, bis 2025 den Anteil der Kernenergie von 70 auf 50 Prozent zu reduzieren und die erneuerbaren Energien massiv auszubauen, um zehn Jahre nach hinten. Reden grün anzustreichen, reicht eben nicht.

Die Erneuerung erhoffen sich diejenigen Franzosen, die überhaupt noch wählen, künftig von anderer Stelle. Auch in Frankreich sind das derzeit die Grünen. Dass sie nun eine Reihe großer Städte eroberten, ist ein spektakulärer Vertrauensbeweis der Wähler. Macron zeigten sie zugleich die gelbe Karte.

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