Bundespräsident im Vatikan

Franziskus lobt Flüchtlingspolitik

Rom. Flucht, Ökumene und die Bundestagswahl: Papst Franziskus hat bei seinem ersten Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier weiteres Engagement für Flüchtlinge angemahnt. Zudem erkundigte sich der Papst nach den Gründen für den Wahlerfolg der AfD, wie Steinmeier nach der Audienz am Montag im Vatikan berichtete.
10.10.2017, 00:00
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Von dpa

Rom. Flucht, Ökumene und die Bundestagswahl: Papst Franziskus hat bei seinem ersten Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier weiteres Engagement für Flüchtlinge angemahnt. Zudem erkundigte sich der Papst nach den Gründen für den Wahlerfolg der AfD, wie Steinmeier nach der Audienz am Montag im Vatikan berichtete. Steinmeier rief das Katholiken-Oberhaupt derweil bei dem ungewöhnlich langen Treffen im Vatikan auf, mehr für die Annäherung zwischen Katholiken und Protestanten zu tun.

Franziskus habe seinen Respekt dafür gezeigt, wie Deutschland in der Flüchtlingskrise seine Verantwortung wahrgenommen habe, sagte Steinmeier nach der Privataudienz im Apostolischen Palast. „Und er hat seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, dass Deutschland sich nicht abwendet von einem Problem, das uns begleiten wird.“ Auch über den Klimawandel sprachen die beiden bei dem einstündigen Treffen. Der argentinische Pontifex begrüßte den Protestanten Steinmeier auf Deutsch mit „Guten Morgen, Herr Präsident“.

Des Weiteren drehten sich die Gespräche im Jubiläumsjahr der Reformation um die Ökumene und die Annäherung zwischen Katholiken und Protestanten. „Ich habe meine persönliche Auffassung bekundet, dass das Potenzial für Ökumene bei Weitem nicht ausgeschöpft ist“, so Steinmeier, der schon am Vorabend einen Vortrag in der evangelischen Christuskirche in Rom zum Thema gehalten hatte. „Nach meinem Eindruck ist er ein Papst, der der Ökumene gegenüber sehr aufgeschlossen ist.“

Es war das erste Mal, dass Steinmeier mit einem Oberhaupt der katholischen Kirche zusammentraf. Auch als Außenminister war der SPD-Politiker nie im Vatikan gewesen. Zuletzt war sein Vorgänger Joachim Gauck 2012 zu einer Privataudienz beim damaligen Papst Benedikt. Der Vatikan erklärte, Steinmeier und der Papst hätten das gute Verhältnis zwischen dem Heiligen Stuhl und Deutschland sowie die gute Zusammenarbeit der Kirche mit den Institutionen hervorgehoben. Als Geschenk gab Steinmeier dem Papst ein Buch mit Kupferstichen des 17. Jahrhunderts. Franziskus wiederum überreichte seine zwei Enzykliken, also kirchlichen Lehrschreiben, und das Schreiben „Amoris laetitia“ über Ehe und Familie. Zudem gab es eine Medaille mit der Aufschrift „Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen“.

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